Betrieb der TGA mit BIM am Fraport

Für Planungsbüros und Gebäudebetreiber stellt sich bei der digitalen Methode Building Information Modeling (BIM) die Frage, wie sie am besten eingesetzt wird: als Open / Closed, Little / Big BIM? Ein Unternehmen wie der Betreiber des Flughafens in Frankfurt am Main arbeitet hier seit Ende der 1990er Jahre mit einem gewachsenen System aus relativ homogener Software und in 3D.

"Wir benötigen täglich Daten zu unseren Gebäuden und Technischen Anlagen, da ständig Wartungen, Umbauten und Erweiterungen passieren", sagt Christian Hess, Dipl.-Ing. für Bauwesen und Leiter Gebäudedatenmanagement der Fraport AG. "Dies bedeutet auch, dass wir uns auf die jeweils wichtigsten Informationen fokussieren und die Pflege der Daten zukünftig so effizient wie möglich gestalten müssen." Dementsprechend setzt der Flughafen auf ein Closed BIM - verfolgt aber mit Interesse die Entwicklungen zu Open BIM und den dazugehörigen Schnittstellen.

Abbildung 1: Herausforderungen eines 7/24-Betriebs mit unterschiedlichsten Immobilien.
Quelle: Fraport AG, Frankfurt

Closed BIM bedeutet, dass sämtliche Projektbeteiligte aufeinander abgestimmte Softwarelösungen für den modell- und informationsbasierten Datenaustausch nutzen. Somit sind Planer, die mit der Fraport AG zusammenarbeiten, gehalten, eine bestimmte BIM-Software zu verwenden und die entsprechenden Vorgaben einzuhalten. Dies betrifft nahezu alle Gewerke und den interdisziplinären Datenaustausch mit jedem relevanten Beteiligten, so dass hier zahlreiche Bausteine eines Big BIM vorliegen.

"Wir sehen BIM als Teil der Digitalisierung im Bauwesen über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Sie ist für uns sowohl für Gebäude als auch für Flächen interessant. Deshalb benötigen wir gar nicht immer ein 3D-Modell", so Christian Hess. "Die Herausforderung ist vielmehr, die Daten aus den verschiedensten Bereichen widerspruchsfrei zusammen zu führen - in dem jeweils angemessenen Detaillierungsgrad." Denn sinnvoll ist, ausgewählte während der Planung generierte Daten für das Facility Management zu nutzen und bei wiederkehrenden Sanierungen und Umbauten wieder zur Verfügung stellen zu können. Genaueres dazu wird er auf der 4. VDI-Fachkonferenz "BIM in der Gebäudetechnik - Von der Planung bis zum Betrieb" vorstellen.


Referent:

Dipl.-Ing. für Bauwesen Christian Hess, Leitung Gebäudedatenmanagement, Fraport AG, Frankfurt

Bild: Christian Hess/Fraport AG