Betriebswirtschaft für Techniker

Organisation in Kostenstellen ist nicht nur eine reine Buchhaltungsaufgabe, sondern viel mehr eine Managementaufgabe, die dann später auch die Aussagefähigkeit eines Reportings und den Informationsgewinn nachhaltig beeinflussen. Spätestens jetzt bemerken Sie, dass es um mehr geht als um Zahlen, es geht um Verantwortungsbereiche, um Zusammenarbeit, um Effizienz und um die Menschen hinter den Zahlen. „A Fool with a Tool is still a Fool“.

Manager, denen die eigenen vorgelegten Zahlen keine Transparenz geben, mehr Fragen als Antworten aufwerfen, werden diese Zahlenwerke ablehnen und wiederum eher intuitiv handeln und entscheiden. Wenn Sie die wichtigsten Basics einer Finanzbuchhaltung verstehen, dürfen Sie diese Welt wieder den gelernten Spezialisten überlassen – wir laden Sie dann nämlich zu einem Perspektivenwechsel ein – zur Top-down Betrachtung, wir gehen gemeinsam auf einen Berg und überblicken die sehr komplexe und detailreiche Welt unseres Unternehmens und stellen uns die Frage: was bedeuten eigentlich Begriffe wie EBIT, EGT, EBITDA? Sind das für Sie nur Abkürzungen einer Geheimsprache von technokratischen Finanzern? Diese Abkürzungen sind die wichtigsten Hebel für die ertragswirtschaftliche Steuerung eines Unternehmens, sie zu verstehen und damit einsetzbar zu machen ist der erste wichtigste Schritt für Sie zum kompletten Manager.

Sie kennen die Aussage der Umsatzrentabilität? Sie wissen, wie hoch sie in Ihrem Unternehmen ist und wie hoch sie relativ zu anderen Unternehmen in Ihrer Branche sein sollte? Sie wissen bereits, dass die Umsatzrendite auch die Aussage über den maximalen Preisspielraum enthält, die ein Unternehmen hat? Mengen – und Preisspielräume zu erkennen, Break – Even- Rechnungen leicht und transparent erstellen zu können wird jetzt einfach und direkt anwendbar.

Verständnis für Zahlen heißt, die Unsicherheit im Umgang mit diesen zu reduzieren. Wissen schafft Sicherheit in unsicheren Zeiten – und unsichere Zeiten rufen nach Controlling. Nun, was sollte nun Controlling sein, was macht Controlling mehr als Buchhaltung und Kostenrechnung?

Wir kommen nun zu Stufe zwei der betriebswirtschaftlichen Betrachtungen, verlassen nun die Ist–Zahlen der Buchhaltung auf Detailebene und die Gewinn– und Verlustrechnungen der vergangenen Perioden. Controlling-Systeme sind Informationssysteme, die zukünftige Entwicklungen miteinbeziehen, Sie sind jetzt angekommen in der Welt der Budgetierung und des Forecastings. Zahlen sind so gut, wie die Menschen dahinter, die Sie erarbeiten – die Einbindung des unternehmenskulturellen Umfeldes in die Prognosesysteme ist der Schlüssel zum Erfolg: Vertriebsmitarbeiter und Techniker an einem Tisch: willkommen im angewandten Projektcontrolling. Earned Value Analysis (Leistungswertfeststellung), Meilensteintrendanalyse und vieles mehr sind ideale Ergänzungen zum reinen Finanzcontrolling.

Und es gibt noch eine Stufe drei: Cash is King. Die kurzfristige, mittel- und langfristige Liquiditätssteuerung und die Unternehmensfinanzierung sind die Königsdisziplinen. Ihr Unternehmen expandiert stark, die Umsätze stimmen, doch die Liquidität ist mehr als angespannt? Die Analyse in Form einer Kapitalflussrechnung, dem „GPS-System für den Euro“ hilft Liquiditätspotenziale zu erkennen und ein praxisorientiertes Working Capital Management zu etablieren. Daraus abgeleitete Kennzahlen, wie beispielsweise Umschlagshäufigkeiten der Bestände, dienen der kurzfristigen Steuerung des Unternehmens. Übernehmen Sie das Steuer – durch das Führen mit Zahlen. Trocken ist etwas anderes – Spannung ist garantiert!

Autor des Artikels:

Thomas Korcak
www.Korcak.at