BIM in Deutschland – Von der ersten Idee bis hin zum Betrieb

Das Thema BIM ist allerorten in Deutschland angekommen. Die Informationsdichte ist enorm. Mittlerweile ist fast allen Beteiligten klar, das BIM mehr ist als eine Software. BIM ist eine Methode, die uns hilft, die Prozesse in unseren Projekten, in unserem Unternehmen und in unserer Branche zu optimieren. Diese optimierten Prozesse werden zwei Effekte haben:

Erstens, wird das Planen, Bauen und Betreiben von Bauwerken mit Hilfe der digitalen Methoden effizienter werden, und zweitens werden wir auf der Basis Prozesse entwickeln können, die vor kurzer Zeit nicht denkbar waren.

Insofern ist BIM nicht nur ein Thema um kurzfristig Kosten und Zeit zu sparen, sondern auch ein „Enabler“ für zukünftige Technologie.

So neu, wie uns BIM heute erscheint, in einigen Jahren werden wir uns rückblickend wahrscheinlich fragen, warum wir solange viele Abläufe manuell oder halbautomatisch abgewickelt haben und uns dadurch von der Kreativität haben abhalten lassen. In Zukunft wird uns der Rechner die langweiligen, immer wieder vorkommenden Arbeiten abnehmen und wir können und müssen uns auf den Kern konzentrieren, der den Ingenieur ausmacht: Kreativität, Erfindungsgeist und Qualität.

Bis es soweit ist, sind aber in den nächsten Monaten und Jahren noch aktiv einige Weichen zu stellen:

  • Dokumentation des Status Quo in standarisieren Regelwerken und Schaffung der Rahmenbedingungen für dauerhafte Investitionen durch die BIM Stakeholder
  • Schaffung einer digitalen BIM Infrastruktur die allen Markbeteiligten zur Verfügung steht und so den Datenaustausch von BIM Playern in Deutschland erleichtert
  • Aktives Zusammenarbeiten in Praxisprojekten über die Unternehmensgrenzen hinweg um aus der Lernphase in die
  • Definition einer strukturierten, offenen Informationsanforderung für die Informationen, die bei der Inbetriebnahme von Bauwerken vorliegen müssen und Schaffung von Validierungsregeln zur Abnahme dieser Informationsanforderungen. So erreichen die Daten dann auch die Betriebsphase von Bauwerken, unabhängig davon ob spezielle Belange des Betriebs bei der Errichtung berücksichtigt wurden oder auch nicht.

Wir in Deutschland haben in den vergangenen Monaten mit Siebenmeilenstiefeln unser Wissen über BIM vergrößert, und dabei auch den Abstand zu anderen Ländern verkürzt, wenn nicht gar aufgeholt. Den Abstand zu unseren eigenen Ansprüchen scheinen wir noch nicht aufgeholt zu haben, aber, wenn wir in dem Tempo weitermachen, dann könnten wir es in zwei bis drei Jahren geschafft haben. Dann wird BIM in den Organisationen bei allen Stakeholdern etabliert sein, also bei den Auftraggebern und den Auftragnehmern in der Bau- und Immobilienwirtschaft.

Die Möglichkeiten von CAFM in Kombination mit BIM-Methoden

Die eTASK Immobilien Software GmbH hat die CAFM-Software eTASK so erweitert, dass sie nun auch durchgängig eine Unterstützung für BIM Methoden zu Verfügung stellt. Mit eTASK wird die Arbeit mit BIM Gebäudedatenmodellen erweitert um die bewährten datenbasierten Funktionen des CAFM:

  • Übernahme von Gebäudedatenmodellen im IFC Format und damit eine nahtlose Integration aller IFC-basierte BIM Modellierungstools, wie z.B. Graphisoft Archicad, Autodesk Revit oder Nemeschek Allplan
  • Import und Aktualisierung von grafischen und alphanumerischen Informationen aus den Gebäudedatenmodellen in die FM-Daten und -prozesse
  • Bidirektionale Verbindung der Gebäudedatenmodelle mit der SQL-Datenbank
  • Dynamische Anzeige von verknüpften Informationen aus der Datenbank, die nicht im Modell enthalten sind, wie z.B. Wartungsinformationen, Dokumenten, Terminen uvm.
  • Dynamische grafische Einfärbung der Gebäudedatenmodelle auf Basis von Prozessinformationen und weitere verknüpften Datensätze
  • Anbindung von Gebäudedatenmodellen an SAP
  • Übernahme und Inventur von Produktdaten bei Einbau und Austausch von Bauteilen auf Basis standardisierter Datenmodelle (z.B. CAFM-Connect oder COBie)
  • Anbindung der Gebäudedatenmodelle an dynamisch gestaltbare Workflows, wie z.B. Instandhaltung, Service-Tickets, Raumbuchungen oder Handwerkerleistungen/-rückmeldungen

Eine Arbeit mit BIM Gebäudedatenmodellen im CAFM bringt das Beste aus zwei Welten hervor. Einerseits werden die Modelle mit den professionellsten Tools erstellt und gepflegt, die der Markt derzeit zu bieten hat. Andererseits bietet der datenbasierte Ansatz von CAFM die optimalen Voraussetzungen dafür, die Daten weiterzuverwenden und so den Nutzen drastisch zu steigern.

Autor des Artikels

Dipl.-Ing. Klaus Aengenvoort, Geschäftsführer der eTASK Immobilien Software GmbH

Der studierte Maschinenbauingenieur der RWTH Aachen hat eTASK im Jahr 2000 gegründet und führt das Unternehmen bis heute. Er ist der Vorsitzende des CAFM-Ring e.V, eines Branchenverbands von CAFM Herstellern und ist zudem intensiv in die Standardisierung von Datenaustauschformaten für BIM in Planung, Bau und Betrieb eingebunden, u.a. durch die Leitung von Blatt 9 der VDI 2552 und die Leitung der deutschen Delegation bei CEN TC 442, WG4.