BIM-Software ist wichtig, aber nicht alles

Building Information Modeling (BIM) bildet die zur Planung, Errichtung und zum Betrieb eines Gebäudes erforderlichen Verfahren und Prozesse digital ab. Es kann so dazu beitragen, Qualitäts-, Kosten- und Terminrisiken zu reduzieren. "Als Aufgabe für die nächsten beiden Jahre sehen wir, Schnittstellen für einen offenen Datenaustausch weiter zu entwickeln. Dazu gehören insbesondere die IFC (Industry Foundation Classes) nach DIN EN ISO 16739 und die für das Computer-Aided Facility Management (CAFM)", erklärt Heiko Clajus. Als Installateur und Heizungsbaumeister ist er im Consulting-Team der Data Design System GmbH tätig und kennt sowohl die Praxis der TGA-Büros als auch die sich daraus ergebenden Herausforderungen für Softwarehersteller: Hier wird zukünftig entscheidend sein, dass die Projektverantwortlichen mit BIM Attribute für Räume und Bauelemente freier als bisher vergeben können.

Softwareverhalten simulieren

Feldgeräte werden aus Gerätefamilien heraus mit jeweils einer großen Anzahl an möglichen Hardwareausprägungen produziert. Das neue Verfahren, das Martine Lefebvre vorstellen wird, ermöglicht es, eine nahezu unendlich große Anzahl an mögliche Ausprägungen der jeweils richtigen digitalen Zwillinge automatisch zu erzeugen – ohne dass das physische Gerät verfügbar oder überhaupt vorhanden sein muss. Dabei erfüllt der Zwilling die Aufgabe, aus der Basis eines Gerätemodells das vom Bediener wahrnehmbare Softwarenverhalten zu simulieren und so zu repräsentieren. Eine vorgesehene Anwendung ist das Engineering eines Feldgerätes, bevor dieses produziert ist. Dabei erfolgt das Engineering am Zwilling, die Einstellungen werden anschließend vom Zwilling bei der Produktion in das Feldgerät übernommen.

Jede Ausprägung eines Feldgerätes ist definiert durch einen Konfigurations-Code. Dieser definiert einmal die Familie und innerhalb dieser die Ausprägungen, wie beispielsweise physikalische Eigenschaften, aber auch Softwareeinstellungen bis hin zur Bediensprache. Jeder Familie ist nun ein sogenannter familiengenerischer Zwilling zugeordnet. Die Realisierung einer individuellen Ausprägung im Zwilling erfolgt über Initialparameter.

Effiziente Umsetzung für die Produktion

Wie kann aber diese Abbildung möglichst effizient im Produktionsprozess umgesetzt werden? Die vorgestellte Lösung besteht in der Erstellung jeweils individueller Modelle der Initialisierung für jede Familie. Allerdings verbietet sich angesichts der großen Anzahl an Familien von mehreren Hundert eine händische Codierung. Stattdessen wurde ein Tool entwickelt, das über eine Semantik das Expertenwissen aufnimmt und den Code für das Initialisierungsmodell automatisch generiert. Im Zuge des VDI-Kongress Automation 2019 wird Martine Lefebvre das Tool und seine Erstellung detailliert beschreiben und erste Erfahrungen im produktiven Prozess vorstellen. Die „Automation 2019“ findet statt am 02.-03.07.2019 in Baden-Baden.


Autorin

Martine Lefebrve