Jeder Akteur im Projekt benötigt Daten anderer Gewerke. Dabei ist der Zweck für den anderen nicht immer sofort ersichtlich. Daher ist es wichtig, dass dieser Austausch bestmöglich dokumentiert und geregelt ist. Basis hierfür sind die grundlegenden Projektbeschreibungen „Auftraggeberinformationsanforderungen“ (AIA) und BIM-Abwicklungsplan“ (BAP). Weiterführend sollten die Anforderungen an Daten im „Information Delivery Manual“ (IDM) für alle verständlich fixiert werde. Alle Dokumente sind Bestandteil der Vertragsunterlagen und damit bindend. Spezielle Daten wie Angaben zur grauen Energie eines Bauteils oder dessen Recyclingfähigkeit werden in unterschiedlichen Lebenszyklusphasen benötigt, die teils Jahrzehnte auseinander liegen können. Daher ist eine klare Regelung in der Planungsphase besonders wichtig.
Spielregeln für die CDE
Eine Software alleine oder eine vernetzte Cloud sind für sich genommen noch kein Garant für ein kollaboratives und erfolgreiches Miteinander. Ohne aktive Integration der beteiligten Personen wird BIM sehr schnell als zusätzliche Last empfunden, wo zum „eigentlichen“ Arbeitsauftrag noch weiterführende Prozesse und Dokumentationen eingepflegt werden müssen. Damit das nicht passiert, ist es wichtig, alle Projektbeteiligten abzuholen und auf den gemeinsamen Prozess einzustimmen. Das kann gerade bei BIM-Neulingen zu Überforderung und damit zu Ablehnung führen. Die folgenden sieben Regeln können helfen, das Verständnis und den Nutzen deutlich zu fördern.
- Einfache Datenstruktur: Nutzen Sie klare Ordnerstrukturen und vermeiden Sie unnötige Ablagemöglichkeiten.
- Alle sind eingeladen: Jeder Projektbeteiligte sollte Zugriff auf die CDE haben. Lese- und Schreibrechte können getrennt werden.
- Alle können mitmachen: Schulungen zur CDE sollten für alle angeboten werden. CDE ist ein kontinuierlicher Lernprozess.
- Die CDE behält den Überblick: Versionierungen und aktuelle Daten folgen dem CDE-Workflow. Dateien enden nicht auf „_final“ oder „_wirklich-final“.
- Dateinamen sind selbstsprechend: Die Bezeichnungen spiegeln Inhalt und Struktur wider. Ein kryptischer Zahlen- und Buchstabenmix hilft niemandem.
- Eine Lösung für alles: Die CDE dient als Projektmanagementplattform. Weitere Programme sollten vermieden werden.
- Reden Sie miteinander: Kommentarfunktionen (im BIM Collaboration Format, BCF) und Workflows schaffen den fachlichen Austausch. Niemand sucht nach neuen Datensätzen.
Vom Silo zum kollaborativen BIM-Projektmanagement
Wenn die CDE für alle den Projektschwerpunkt bildet, entsteht fast wie von selbst der Pfad vom individuellen Silo hin zum kollaborativen Austausch. Die Weiterbildung zum „Fachingenieur BIM VDI“ hat diese Idee als Leitgedanken für alle Pflichtmodule. Das Verständnis von Daten und der Umgang mit diesen ist dabei wesentlicher Bestandteil im Modul 2 „BIM-Datenmanagement“.