Digitales Lernen: Weiterbildung anders gestalten

Eine neue Studie des VDI Wissensforums gibt Aufschluss darüber, wie Weiterbildung für Ingenieure in naher Zukunft aussehen sollte und welche Features gefragt sind. Darunter: Gamification, Personalisierung und Snackable Content.

 

Mobil, global, digital – die Digitalisierung krempelt unsere Arbeitswelt um. Das gilt nicht nur für den Arbeitsplatz, sondern auch für Weiterbildungsangebote. Die im Auftrag des VDI Wissensforums durchgeführte, zweistufige Befragung von Ingenieuren der Automobilbranche zeigt, dass pro Person circa eine bis vier Weiterbildungen pro Jahr anfallen – allerdings maximal ein Angebot in digitialer Form wahrgenommen wird. Das will das VDI Wissensforum künftig ändern und plant innovative Formen des digitalen Lernens.

Häppchen und Highscores: Diese Features sind gefragt

Die Zeit der passiven Wissensberieselung ist vorbei. Die Umfrage des VDI Wissensforums hat ergeben, dass die Mechanik des Lernens und die Lernkultur im Allgemeinen ebenfalls einen Wandel durchlaufen. Bereits jetzt suchen Ingenieure aktiv auf Kanälen wie Youtube nach notwendigem Content und wollen sich dann weiterbilden, wenn Wissen benötigt wird – nicht nur dann, wenn  Veranstaltungen hierzu stattfinden. „Wir müssen die intrinsische Motivation des Ingenieurs weiter fördern, denn das Lernen aus eigenem Antrieb führt zu außergewöhnlich guten Ergebnissen in Bezug auf die Wissenskonservierung“, sagt Timo Taubitz, CEO des VDI Wissensforums zu diesem Thema.

Darüber hinaus soll Weiterbildung Häppchenweise verfügbar sein, um Leerlaufzeiten wie beispielsweise im Flugzeug oder in ruhigeren Projektphasen effektiver zu nutzen. Das Ziel lautet größtmögliche zeitliche und örtliche Flexibilität. Weiterbildung muss genauso für den Mitarbeiter in Deutschland, als auch für den Kollegen in China verfügbar sein.

Dazu sollen sogenannte Quests, einzelne Aufgaben ähnlich wie in einem Videospiel, das Lernen spannender machen und gleichzeitig an dem individuellen Lernstand anknüpfen. Die Befragten wünschen sich sogar (anonyme) Highscore-Ranglisten, um sich mit anderen Teilnehmern zu messen und sich dadurch weiter zu motivieren.

Zusammenfassend soll das neue digitale Lerntool personalisiert, game-orientiert und flexibel gestaltet werden und auf diesem Wege relevanten, technischen Content für Ingenieure übermitteln.