Disruptive Veränderungen erfordern agileres Innovationsmanagement

Auch im Innovationsmanagement ist mehr Agilität gefordert. Hauptursache für die gestiegene Innovationsdynamik ist die Digitalisierung. Start-ups, die durch Digital Natives gegründet werden, können heute in kurzer Zeit innovative Dienstleistungen anbieten, die auch das Geschäft etablierter Unternehmen in Frage stellen. Benötigt werden Innovationen im Innovationsmanagement. Eine neue VDI-Konferenz widmet sich diesem Thema.

Zugegeben, die Medien sind mit Begriffen wie Innovation, Disruption und Agilität derart überfrachtet, dass man sich fragen muss, ob dazu wirklich noch etwas Neues hinzugefügt werden kann. Aber es ist eben extrem wichtig zu realisieren, dass Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft heute deutlich schneller ablaufen als in früheren Jahren. Und diese Veränderungsgeschwindigkeit wird weiter zunehmen. Eine Herausforderung besteht darin, unternehmensinterne Prozesse und Strukturen schnell genug zu modernisieren. Gerade erfolgreiche Unternehmen mit funktionierenden Geschäftsmodellen stehen vor der Frage, wie sie die enorme Veränderungskraft der intelligenten Vernetzung bändigen und die digitale Transformation in evolutionären Schritten bewältigen können.

Die Hauptursache für die gestiegene Innovationsdynamik ist die Digitalisierung. Sie ist zwar kein unbekanntes Phänomen, bietet jedoch Unternehmen heutzutage enorme Möglichkeiten, beispielsweise um innerhalb kürzester Zeit riesige Kundengruppen zu erreichen. Agile Start-ups, die häufig durch Digital Natives gegründet werden, können so in kurzer Zeit mit digitalisierten Dienstleistungen große Märkte erschließen und das Geschäft etablierter Unternehmen in Frage stellen. Aber wie verändern digitale Innovationen tatsächlich die Geschäftsmodelle, Produkte und Prozesse der produzierenden Industrie? Und wie können erfolgreiche Unternehmen durch geschicktes Innovationsmanagement in einer digitalisierten Gesellschaft nachhaltig ihren Erfolg sichern? 

Innovationsprozesse sind in den meisten Unternehmen etabliert, aber die typischen Wasserfallmodelle von der Idee zum Neuprodukt sind unzureichend, wenn neue Wettbewerber aus anderen Branchen und insbesondere aus der Start-up-Szene plötzlich die Spielregeln disruptiv verändern. Die Konkurrenz durch neue Geschäftsmodelle erfordert mehr Transparenz und Agilität in der gesamten Wertschöpfungskette – von der Entwicklung bis zur laufenden Produktion.

Neue Ansätze des Innovationsmanagements zeigen sich in einer zunehmenden Auseinandersetzung mit den Methoden der Digitalisierung und der Start-up-Kultur. Insbesondere junge Unternehmen nutzen digitale Methoden und Prozesse spielerisch. Folgerichtig gibt es zunehmend Aktivitäten etablierter Unternehmen, um z.B. durch Corporate Venturing neue Geschäftspotenziale in Kooperation mit Start-ups zu erschließen.

Wie aber lassen sich die kulturellen Unterschiede von Start-ups und etablierten Unternehmen synergetisch nutzen? Welche Potenziale bieten branchenfremde Innovationen und wie können diese integriert werden? Mit welchen Methoden kann man die zunehmende Komplexität im Innovationsmanagement beherrschbar machen?

Die Antworten auf solche Fragen sind nicht trivial. Es reicht nicht aus, in Start-up-Safaris jungen Unternehmen über die Schulter zu schauen und deren Methoden zu imitieren. Benötigt werden echte Innovationen im Innovationsmanagement. Die VDI-Konferenz „Innovationsmanagement  - Innovationen beherrschen in Zeiten disruptiver Veränderungen“ hat sich zum Ziel gesetzt, aus der Praxis heraus Antworten auf diese dringenden Fragen zu finden und neue Ansätze für das Innovationsmanagement in der digitalisierten Wirtschaft zu entwickeln.

Autoren des Artikels

Dr. Gerd Eßer
Geschäftsführer
Dr. Wolf-Christian Rumsch
Leiter Innovationsmanagement und Technology Watch

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