Erneuerung durch Company ReBuilding: Die Zeit ist reif!

Eine bekannte Veröffentlichung des World Economic Forum führt aus, welche Skills gute Fach- und Führungskräfte in Zukunft ausmachen: Kreativität, Einfühlungsvermögen, generell emotionale Fähigkeiten seien gefragt – viel stärker sogar noch als die rein fachlichen Skills. „Die Digitalisierung wird in den kommenden Jahren vielschichtige Auswirkungen auf die Arbeit haben. Das Berufsbild des Ingenieurs wird sich grundlegend wandeln. New Work bedeutet zugleich, dass sich Unternehmen neu zu erfinden haben“, erklärt Marc Wagner, Member of the International Management Board, Detecon International GmbH (Köln).
Als Keynote-Sprecher auf der 1. VDI-Konferenz #nwIng am 07. und 08.11.2018 in Düsseldorf wird er seine Vorstellung eines zielgerichteten Company ReBuilding vorstellen – und erklären, welche Herausforderungen damit auf Unternehmen und die hier tätigen Menschen zukommen.

Robust, agil, effizient – und alles auf einmal

ReBuilding bedeutet vor allem, die Organisation neu zu denken, in dynamikrobusten und effizienten Einheiten aufzustellen und dabei gleichzeitig die Stärken großer Unternehmen und Konzerne zu nutzen. „Die Kernfrage lautet: Wie lassen sich Unternehmen erfolgreich transferieren, wie lassen sich kleine agile Einheit schaffen, um sie von vorhandenem Ballast zu befreien und sie stärker auf die Kunden zu fokussieren?“, macht Wagner deutlich. Dabei hätten traditionsreiche Unternehmen durchaus ihre Vorteile gegenüber Start-Up’s – etwa was Werte, Kompetenzen, Erfahrung und vor allem den Asset der dort tätigen Menschen betrifft. „Große etablierte Strukturen sind nur dann zukunftsfähig, wenn sie in Lage sind, sich laufend zu verändern. Dabei gilt es gleichzeitig, die inkrementelle Verbesserung des Kerngeschäftes als auch radikal neue Geschäftsmodelle und Innovationen voranzutreiben.“

Voraussetzung sei allerdings, dass sich Unternehmen der neuen Dynamik, wie sie etwa in Asien gang und gäbe sei, stellen. Vom hohen Innovationstempo über die Agilität der Unternehmen bis zu gezielten Investitionen in Bildung und Technologien gebe die Entwicklung in China dafür viele Beispiele. „Unternehmens sind dort in der Lage, viel schneller auf Marktveränderungen zu reagieren und setzen dabei auf ein sehr hohes Maß an Kundenorientierung und starken Fokus auf Exekution. Organisatorisch stellen sich gerade die Technologie-Unternehmen, als auch sehr erfolgreiche etablierte Player wie zum Beispiel Haier in sehr agilen und effizienten, lokalen Einheiten auf. Anders hätten sich Plattformökonomien wie etwa Alibaba oder WeChat (Tencent) nie so rasch durchsetzen können“, erklärt Wagner.

Was haben New Work und Agilität mit Basisdemokratie zu tun?

Der ReBuilding-Experte kommentiert weiter: „In Deutschland verwechseln wir dabei die Themen Agilität und New Work viel zu sehr mit sozialromantischen Vorstellungen und Basisdemokratie unter dem Motto: Wir müssen alle mitnehmen und in eine Entscheidung Alle einbeziehen.“ In China werde New Work häufig anders ausgelegt: nämlich sich schnell und flexibel auf Marktveränderungen und neue Kundenbedarfe einzustellen zu können und geeignete Lösungen schnell auf den Markt bringen zu können – letztlich natürlich auch dem enormen Wettbewerbsdruck geschuldet. So verglich ein chinesischer Unternehmer die Marktsituation in China mit der in den USA: „In den USA habe ich zumindest einige Monate Zeit, ein Produkt auf dem Markt zu verproben. In China rufe ich bereits nach wenigen Tagen die ersten Angreifer auf den Plan.“

So kann eine ReBuilding-Strategie für große Unternehmen aussehen

In diesem Zusammenhang liefert Company ReBuilding die Antwort auf eine Frage, die sich alle großen Unternehmen stellen – wie werden sie agiler und innovativer, ohne das gesamte Unternehmen auf den Kopf stellen zu müssen? „Entscheidend ist es, eine Strategie zu finden, die eine schnelle Umsetzungsgeschwindigkeit ermöglicht und dabei konsequent auf den Stärken des etablierten Unternehmens aufsetzt“, unterstreicht Marc Wagner und empfiehlt, aus dem Konzern heraus einen Nukleus zu gründen, welches quasi das neue Ökosystem begründet. „Dabei handelt es sich um ein kleines, leistungsstarkes Team (ein High-Performing-Team), das fachbereichsübergreifend zusammengesetzt wird, um eine konkrete Kundenanforderung zu lösen und dabei insbesondere auch über die entsprechenden Umsetzungsfähigkeiten verfügt. Für neue Kundenbedarfe und Projekt wird dann das nächste, eigenverantwortliche Team geschaffen und so weiter – so verändern sich schnell und zielführend die Strukturen, ohne dass man erst einen mehrjährigen Prozess des Kulturwandels im Unternehmen anstoßen müsste“, erklärt der Referent der #NWIng.

Alle Führungskräfte und Mitarbeiter haben sich zu verändern

Wichtig sei es dabei, die Teams klein zu halten – mit maximal 150 bis 200 Personen – und vorab klar zu definieren, welche Ziele, Werte und Regeln der Zusammenarbeit die Teams zusammenhalten werden. „So lässt sich mit der Zeit Wertschöpfung über viele neue, agile Einheiten organisieren und gewinnen.“ Die Komplexität dieser neuen Form der Zusammenarbeit etwa in Entwicklungsprozessen lasse sich wiederum auflösen über gemeinsame Plattformen, Analyse-Tools und nicht zuletzt Künstliche Intelligenz. „Die Aufgabe der Unternehmensführung ist es dabei vor allem, den Weg für diese Herangehensweise zu eben und die richtigen Mitarbeiter für solch ein High-Performance-Team zu identifizieren.“, meint Wagner. Fest steht: Company ReBuilding bildet einen Ansatz, mit dem sich Unternehmen im digitalen Zeitalter agiler und flexibler aufstellen können. Und dies erfordert letztlich auch, dass sich die Fähigkeiten von Mitarbeitern und Führungskräften stark verändern.

Zeit und Ort:
1. VDI-Konferenz #nwIng am 07. und 08.11.2018 im Boui Boui Bilk in Düsseldorf

Der Autor

Marc Wagner, Member of the International Management Board bei Detecon International GmbH (Köln)