Herausforderung Brückenmodernisierung – Bauen unter Verkehr
Die Modernisierung des Brückenbestandes durch Ersatzneubau, Instandsetzung oder Ertüchtigung ist eine nationale Aufgabe von hoher Dringlichkeit. Dabei stellen die Großbrücken, als neuralgische Punkte der Verkehrsinfrastruktur, eine besondere Herausforderung dar. Bei der Vielzahl der vorhandenen und zu erwartenden Baustellen muss die Durchführung der Maßnahmen verkehrsverträglich realisiert werden. Die Zielstellung der maximalen Verfügbarkeit von Fahrstreifen ist ein wesentlicher Aspekt bei der Planung und Bauausführung. Nicht immer ist dieses Ziel vollumfänglich erreichbar. Die folgenden Projekte zeigen beispielhaft, wie mit dieser Thematik auf unterschiedliche Weise umgegangen wird. Ausgewählt wurden drei Projekte auf der hoch belasteten Autobahn A1.
Süderelbbrücke A1 in Hamburg – Eine Brücke wird quer verschoben!
Die 326 m lange Süderelbbrücke dokumentiert die Entwicklung des Brückenbaus. Der östliche Überbau wurde noch im Zuge des Reichsautobahnbaus 1937 als 4-feldrige Balkenbrücke mit Hauptstützweiten von 2 x 104 m errichtet (Abb. 1). Die Konstruktion besteht aus genieteten Stahlhauptträgern und einer Fahrbahn aus Buckelblechen mit Betonauffüllung. Im Jahre 1965 erfolgte im Zuge der Verbreiterung der Autobahn die Errichtung eines zweiten Teilbauwerks. Dem Stand der Technik entsprechend sind hier die Hauptträger komplett geschweißt und die Fahrbahn wurde als orthotrope Platte ausgeführt. Im Jahr 2014 gab es einen Schaden durch Schiffsanprall, der aufwändig repariert werden musste. Die Restnutzungsdauer beider Überbauten ist begrenzt und rechnerisch nur bedingt nachweisbar. Für den Ersatzneubau ist der 8-streifige Ausbau der A1 zu berücksichtigen, der im Bundesverkehrswegeplan als vordringlich enthalten ist. Der Baubeginn ist für 2026 avisiert.







