Die Energiewende ist längst nicht mehr nur eine Stromwende – die Wärmewende ist ebenso entscheidend. Rund 50 % des Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf die Bereitstellung von Wärme. Hier bieten oberflächennahe geothermische Systeme eine nachhaltige, effiziente und nahezu überall verfügbare Lösung. Oberflächennahe Geothermie nutzt die im Untergrund gespeicherte Wärme bis etwa 400 m Tiefe und Temperaturen von 5 bis 25 °C für Heiz- und Kühlanwendungen. Oberflächennahe Geothermie eignet sich dabei zur thermischen Versorgung vom Einfamilienhaus, von Büro- und Verwaltungsgebäuden, Industrie- und Gewerbeeinheiten bis zu großen Wärmenetzen.
Grundlagen und Funktionsweise
Oberflächennahe Geothermie basiert auf dem Prinzip, dass die Temperatur im Boden relativ konstant bleibt und mit zunehmender Tiefe leicht ansteigt (ca. 3 Kelvin pro 100 m). Diese Wärme wird über Erdwärmesonden, Flächenkollektoren oder Grundwasserbrunnen erschlossen.
- Geschlossene Systeme (Sonden, Kollektoren): Eine Wärmeträgerflüssigkeit zirkuliert in Kunststoffrohren und nimmt Wärme aus dem Erdreich auf.
- Offene Systeme (Brunnen): Grundwasser wird gefördert, Wärme entzogen und anschließend zurückgeführt.
Die Wärme wird über eine Wärmepumpe auf das benötigte Temperaturniveau für die Wärmeversorgung angehoben. Im Sommer kann das System auch zur Kühlung genutzt werden („Natural Cooling“).


