PET-Flaschen bekommen ein zweites (Auto-) Leben

Hersteller wie Volvo setzen konsequent auf den Einsatz von Recycling-Materialien

Aus weniger mehr machen: Ein nachhaltiger und verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen prägt die Entwicklungsschwerpunkte in der Automobilindustrie. Viele Hersteller arbeiten an Lösungen, um verstärkt nachwachsende Rohstoffe zu nutzen oder noch konsequenter auf Wiederverwendung zu setzen. Volvo etwa plant, ab 2025 bei neuen Fahrzeugmodellen für die benötigten Kunststoffbauteile mindestens 25 Prozent Recycling-Material zu nutzen.

Aus weniger mehr machen: Ein nachhaltiger und verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen prägt die Entwicklungsschwerpunkte in der Automobilindustrie. Viele Hersteller arbeiten an Lösungen, um verstärkt nachwachsende Rohstoffe zu nutzen oder noch konsequenter auf Wiederverwendung zu setzen. Volvo etwa plant, ab 2025 bei neuen Fahrzeugmodellen für die benötigten Kunststoffbauteile mindestens 25 Prozent Recycling-Material zu nutzen.

Um die Machbarkeit dieses Ziels zu demonstrieren, hat der Automobilhersteller kürzlich eine spezielle Version des Plug-in-Hybrid-SUV XC60 T8 vorgestellt. Optisch vom bestehenden Modell nicht zu unterscheiden, bestehen die Kunststoffteile jedoch vielfach aus recycelten Materialien. So befindet sich etwa im Inneren des Projektfahrzeuges eine Tunnelkonsole aus nachwachsenden Fasern und Kunststoffen aus ausgemusterten Fischernetzen und Seeseilen. Auf dem Boden enthält der Teppich Fasern aus PET-Kunststoffflaschen und eine recycelte Baumwollmischung aus Restposten von Bekleidungsherstellern.

In den Sitzen werden ebenfalls PET-Fasern aus Kunststoffflaschen verwendet. Aus gebrauchten Autositzen alter Fahrzeuge wurde das schallabsorbierende Material unter der Motorhaube hergestellt. Im Rahmen des Internationalen Fachkongresses zu Kunststoff im Auto PIAE wird Sandra Tostar (Volvo) das Projekt vorstellen. Außerdem berichtet sie, wie weit der Hersteller bereits damit gekommen ist, die heute verwendeten Kunststoffkomponenten zu überprüfen und geeignete, recycelte Kunststoffe weltweit zu finden. Denn klar ist auch: OEMs und Lieferanten haben gemeinsam noch einiges zu tun, um in Zukunft Recycling-Materialien in der gewünschten Qualität und in der benötigten Menge bereitstellen zu können.

Nachhaltigkeit spielt in der Strategie des schwedischen Autobauers seit geraumer Zeit eine wesentliche Rolle. So verpflichtete sich das Unternehmen, bis Ende 2019 auf Einweg-Kunststoffe an allen Standorten sowie bei Events zu verzichten. Zudem kündigte das Unternehmen sein Ziel an, bis 2025 gut 50 Prozent seines weltweiten Umsatzes mit vollelektrischen Autos zu erzielen. Operativ strebt der Hersteller bis 2025 eine klimaneutrale Fertigung an. Das Motorenwerk in Skövde, Schweden, wurde beispielweise bereits als erste klimaneutrale Anlage zertifiziert.