Nie wieder sprachlos: Schlagfertigkeit und Durchsetzungsvermögen

Kennen Sie das? Eine unerwartete Bemerkung, eine Killerphrase, oder auch ein persönlicher Angriff und Sie sind sprachlos. Die passende Antwort zur richtigen Zeit fehlt oder fällt Ihnen erst später ein! Wie immer – ärgerlicher Weise – zu spät! Ob bei Konflikten, hitzigen Wortgefechten oder bei verbalen Tiefschlägen – wie gelingt es, gerade in Stress- und Angriffssituationen souverän zu agieren?

Was tatsächlich fehlt sind oftmals die richtigen Techniken, aber auch der Mut! Mut anders zu agieren als es von Ihnen erwartet wird. Oftmals trauen wir uns nicht das zu sagen was uns in diesem Moment in den Sinn kommt. Ein großer Schritt in Richtung Schlagfertigkeit ist es sich zu trauen anderen nicht immer zu entsprechen aber auch alte Muster zu verlassen. Das ist nur eine der Säulen der Schlagfertigkeit.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Erlangung von Souveränität im Sinne von „einer Situation überlegen sein.“ Sich nicht zu rechtfertigen ist Grundvoraussetzung und meint damit nichts anderes als die Reaktionsposition zu verlassen und in die Aktion, also ins dynamische Handeln, zu wechseln. Schlagfertige Personen entscheiden selbst ab wann sie agieren und lassen sich nicht durch Provokationen oder Unvorhergesehenes leiten.

Neben Schlagfertigkeitstechniken, die es ermöglichen rasch zu antworten, sind vor allem spezielle dynamische Fragetechniken Teil der Schlagfertigkeit, da Bewegung in festgefahrenen Situationen im Gegensatz zu festen Reaktionsmustern eine Änderung der Situation bewirkt.

Körpersprachliche Signale haben, neben Technik und Identität einen hohen Stellenwert, sowohl in Bezug auf das Thema Schlagfertigkeit, als auch Durchsetzungsstärke. Ein präsentes Auftreten und das frühzeitige Erkennen von Emotionen, wie Ablehnung, Unverständnis oä ist wichtig und ermöglicht ein flexibles, rasches Agieren.

Auch beim Thema Durchsetzungsstärke ist Souveränität und Selbstbewusstsein der Schlüssel. Das Verlassen der Emotionsebene in Richtung Sachlichkeit aber auch vor allem das Erkennen verschiedener Persönlichkeitsstrukturen und deren Motive ist notwendig um Argumentationslinien personenbezogen und flexibel einzusetzen.

Autorin des Artikels:

Eva Trattner

Frau Trattner besitzt einen Magistra der Philosophie und ist seit 2004 als selbstständige Wirtschaftstrainerin für u. a. internationale Großunternehmen tätig. Als diplomierte Social Skills Trainerin und zertifizierte Expertin in der beruflichen Erwachsenenbildung fokussiert sie ihre Arbeit auf die Themen Organisations- und Personalentwicklung im Rahmen von Seminaren und Workshops.