Stressresistenz, Strategie und Taktik

Stress und Stressreaktion

Stress beeinflusst unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit. Dabei ist es wichtig, die körperlichen Reaktionen bei sich selbst zu erkennen, um zu bemerken, wann das Stresslevel kritisch wird.

Kennen Sie das Phänomen, dass die Erkältung Sie in den ersten Urlaubstagen erwischt? Woran liegt das? Es ist klar ein Stresssymptom. Unser System Mensch wurde in der Steinzeit angelegt und hat sich seitdem kaum geändert. Was sich geändert hat, sind die Randbedingungen, in denen wir leben und arbeiten.

Der Steinzeitmensch hatte kurzfristig eine Stresssituation, wenn er vor dem Säbelzahntiger davonlief. Was machte sein Körper? Er schaltete alle Reserven frei und gab Vollgas. Dabei war die Gefahr einer Erkältung geringer, als die Klauen des Raubtiers. Also hat er schon mal Kortisol ausgeschüttet, um einer potentiellen Verletzung vorzubeugen. War die Bedrohung, also der Stress vorbei, wurde die Ausschüttung des Nervengiftes reduziert und dieses abgebaut. Denn um nichts anderes handelt es sich bei Kortisol.

Heutzutage sind wir über wesentlich längere Zeiträume unter Stress.  Dummerweise laufen die körperlichen Prozesse in diesem Zeitraum weiter, was nicht unerhebliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen kann. So wird auch die Erkältung unter Stress weiterhin unterdrückt, bis der Stress im Urlaub weg ist und die Natur ihr Recht fordert.

Es ist für die eigene Gesundheit extrem wichtig, die Mechanismen und Indikatoren von Stress zu erkennen, um frühzeitig mit den entsprechenden Maßnahen gegensteuern zu können.

Atmung ist einer der wesentlichen Schlüssel zum Stressmanagement

Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg liegt in der Beherrschung des eigenen Körpers. Die Atemtechnik spielt hier eine wesentliche Rolle. Die russischen Spezialeinheiten nutzen hier Techniken aus der altrussischen Kampfkunst Systema. Lange Zeit geheim gehalten, werden diese Ansätze heute so langsam zugänglich.  Das schöne ist, dass diese Atemtechniken im normalen Alltag integriert und z.B. auf dem Weg zum Büro unauffällig trainiert werden können In Stresssituationen reagiert der Körper dann automatisch richtig und wendet diese Techniken an.

Auch deutsche Spezialkräfte nutzen diese Atemtechniken bevor sie z.B. eine Wohnung stürmen. Warum also nicht dasselbe nutzen, bevor es eine schwierige Verhandlung geht. Egal, ob auf dem Weg ins Büro oder zu einer Konferenz. Diese Atemtechnik kann man überall unauffällig anwenden und so seinen Körper gezielt auf Stress vorbereiten. Funktioniert in der Praxis hervorragend.

Weitere Antistresstechniken

Neben den Atemtechniken gibt es bestimmte Muster, die mit den Augen abgefahren werden, um den Stresspegel zu senken. Diese Techniken werden mit Erfolg durch Therapeuten bei posttraumatischen Belastungsstörungen eingesetzt.

Es gibt aber auch "Light" Versionen, die erfolgreich im normalen Alltag eingesetzt werden können. Merkt man zum Beispiel in einer Verhandlung, dass das eigene Stresslevel zu hoch ist, so kann man dezent zur Seite oder aus dem Fenster blicken und diese Techniken einsetzen. Damit kann der eigene Stresspegel blitzschnell und unauffällig gesteuert werden.

Entspannung und Schlaftechniken

Einschlaf- und Durchschlafprobleme in Stresssituationen können mit geeigneten Techniken in den Griff bekommen werden.

Nicht jeder von uns hat die Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen oder täglich eine halbe Stunde zu meditieren. Hier helfen Techniken der Blitzentspannung, die binnen einer Minute zum gewünschten Erfolg und zu einer drastischen Steigerung der Gelassenheit führen können.

Physe- / Psychekorrelation

Eine intensive Beschäftigung mit dem Thema Stress zeigt, dass eine wesentlichen Korrelation zwischen physischem und physischem Stress besteht. Wer kennt es nicht, die stressbedingte Verspannung im Nacken, die ihrerseits wieder zu schmerzbedingtem Stress führt.

Eine wichtige Antistressmaßnahme besteht im körperlichen Abbau der stressinduzierten Hormone durch Sport. Genauso wichtig ist es allerdings, das Stresspotential durch Verspannungen und Fehlhaltungen zu senken. Doch wer hat schon die Zeit dazu? Die Anwort ist einfach - jeder, wenn er es richtig macht. Hierzu wurde ein spezielles Fitnessprogramm entwickelt, das einfach in den normalen Alltag integriert werden kann. Es erfordert keine besonderen Hilfsmittel und erfordert kein großes Zeitpotential.

Strategie und Neurokommunikation

Strategisch zu handeln, lernten die Menschen bereits vor tausenden von Jahren. Möglichkeiten gab es damals nicht viele: Der Mensch hatte die Wahl sich zu verteidigen oder zu fliehen. Auch heute gibt es im Prinzip nur diese beiden Handlungsoptionen.

Doch genau da ist der Knackpunkt: Wie findet der Manager den richtigen Weg, sich zu behaupten und seine Ziele zu verteidigen? Hier setzt die Neurokommunikation ein – die Kommunikation des heutigen Zeitalters. Wo verbale Argumente verpuffen, kann durch gezielten Einsatz von Körpersprache gepunktet werden. Wichtig ist es, die Reaktionen des Gegenüber blitzschnell zu analysieren und sich auf diesen einzustellen. Dabei hilft das Archetypenmodell. Es ermöglicht, den Gegenüber in Bruchteilen von Sekunden einzuschätzen und sich optimal auf ihn einzustellen. Allein dadurch kann viel Stress aus einer Begegnung genommen werden.

Noch größer wird der Erfolg in Verbindung mit der Kenntnis grundlegender Strategien, die helfen, die Schachzüge anderer zu erkennen und selbst erfolgreich taktisch zu handeln

Schiesstraining und Stress

Jeder Mensch ist anders, deshalb wirken auch unterschiedliche Antistresstechniken bei jedem anders. Hier gilt es, die geeignete Technik zu finden und im Unterbewußtsein zu verankern. Doch wie kann man in einer Trainingssituation Stress erzeugen, um die für einen selbst optimale Technik herauszufinden. Und vor allem, wie kann man das Ergebnis dazu noch messbar machen.

Kaum eine Handlung erzeugt in Sekundenschnelle eine derartige Stresssituation wie das Schießen mit Großkaliber. Der Schütze weiss, dass er nur das Ziel anzuvisieren und den Zeigefinger zu krümmen braucht. Damit löst er allerding drei Reaktionen aus: einen Knall, einen Lichtblitz und einen Schlag in Form des Rückstosses. Die drei Urängste des Menschen seit der Steinzeit. Erst wenn es gelingt, diese Urängste durch Antistresstechniken zu reduzieren, kann reproduzierbar getroffen werden Dabei ist das Stresslevel anhand der Trefferlage meßbar.

Nur der Schütze, der seine innere Angst überwindet und ruhig bleibt, hat Erfolg. Wer so lernt, seinen Stress zu kontrollieren, wird dies auch in schwierigen Verhandlungssituationen meistern. Schießsport als Beispiel par excellence, um Stress zu erzeugen, der dann im Laufe des Seminars erfolgreich bewältigt wird und über Biofeedback die individuell geeignete Technik für den Rest des Lebens automatisch bereitstellt.

Autoren des Artikels:

Der Aachener Ingenieur Dr. Bernd Gimpel ist in verschiedenen Kampfkünsten bewandert und setzt sich intensiv mit Strategie und Taktik auseinander.

Muhamet Vural, ist Wirtschaftspsychologe und Geschäftsführer von „Engineer Coaching“. Er coacht weltweit Ingenieur- und IT-Unternehmen im Bereich der Kommunikation, Verhandlungsgeschick und aktuellsten Forschungsergebnisse.

Der Düsseldorfer Gerhard Schiefke hat Spezialeinheiten ausgebildet und gehörte zu den Begründern des SEK. Er gilt als renommierter Schießausbilder und betreibt das Schießzentrum Magnum.