Zivile Drohnen im Industrieeinsatz

Neue Herausforderungen für die Unternehmenssicherheit

Drohnen erobern unsere Städte. Nicht nur eine wachsende Zahl von Hobbypiloten entdeckt die Miniflieger für sich, auch die Anwendungen im professionellen Bereich werden immer zahlreicher.  Bei der Vermessung von Steinbrüchen, der Besprühung von Feldern oder der Suche nach Vermissten kommen immer häufiger Drohnen zum Einsatz.

Während die meisten Drohnenbesitzer friedliche Absichten verfolgen, sind terroristische oder kriminelle Attacken per Drohnen heute technisch machbar und leider bereits Realität. Die kleinen Flugkörper können zum gefährlichen Sicherheitsrisiko werden. Im Dezember 2015 hat eine Drohne eine Handfeuerwaffe über dem Pausenhof eines der gewalttätigsten Gefängnisse der kanadischen Provinz Quebec abgeworfen. Die Sicherheitsverantwortlichen erfuhren davon erst einen Tag später und starteten eine großangelegte Durchsuchung. Dieser Vorfall ist nur einer von vielen, über die weltweit wöchentlich berichtet wird. Drohnen setzen sich mühelos über Zäune, Rütteldetektoren und Stacheldraht hinweg und fliegen an Orte, an die Menschen sonst nicht ohne weiteres gelangen. Der Luftraum über ansonsten streng gesicherten Geländen wird damit zur akuten Sicherheitslücke: So stürzte im Januar 2015 eine Hobbydrohne direkt auf den Rasen vor dem Weißen Haus in Washington – sie war buchstäblich unter dem Radar geflogen. Kurz darauf wurde eine Drohne mit radioaktivem Material auf dem Dach des japanischen Regierungssitzes gefunden – sie war unbemerkt dort gelandet.

Die Gefahr durch Drohnen ist real, und sie wächst – Drohnen sind die idealen Industriespione. Sie sind preiswert, leise und sie gelangen an Orte, die bisher nicht oder nur schwer erreichbar waren. Drohnen bedrohen die Sicherheit von Unternehmen auf verschiedene Weisen. Zu den Gefahren zählen neben Hacker-Angriffen auf Netzwerke, Industriespionage z.B. in Form von Fotos und Videos von Prototypen, Baustellen oder anderen sensiblen Bereichen, auch der Schmuggel von kleinen Objekten vom Betriebsgelände nach draußen, Sabotage kritischer Infrastrukturteile wie Lüftung/Kühlung oder Netzwerke, Einbringen giftiger Substanzen in Lüftungsanlagen sowie Abstürze oder Abwürfe auf kritische Bereiche wie z.B. Öltanks oder Labors. Der Verlust von Industriegeheimnissen, ungewollte Öffentlichkeit bzw. PR-Skandale aber auch der Ausfall von Computern, Internet oder GPS sind denkbare Risiken.

Wie Sicherheitsverantwortliche den Luftraum über sensiblen Bereichen vor Drohnen schützen können, erklärt Dedrone-CEO Jörg Lamprecht: „An erster Stelle steht die Detektion. Sicherheitsverantwortliche sollten ihren Luftraum rund um die Uhr überwachen und sicherstellen, dass eindringende Drohnen sofort bemerkt werden. Es geht dabei nicht nur um den Schutz vor terroristischen oder schmuggelnden Drohnen. Wir haben Kontakt zu Unternehmen, die auf den Dächern ihrer Rechenzentren Drohnen mit Spionagegeräten, so genannten Snoopern, gefunden haben. Wie lange auf diese Weise der W-LAN-Verkehr mitgeschnitten wurde, wissen sie nicht.“

Um zu verhindern, dass Drohnen unentdeckt in den Luftraum über sensiblen Bereichen eindringen, hat das Unternehmen Dedrone ein Erkennungs- und Warnsystem entwickelt, das unter anderem bei der Justizvollzugsanstalt Halle eingesetzt wird. Gefängnisdirektor Hans Jürgen Stach hatte in der Zeitung von schmuggelnden Drohnen gelesen und beschlossen, seine JVA dagegen zu wappnen. Bereits in 2015 ließ er den DroneTracker installieren. Das System überwacht seitdem Tag und Nacht den Luftraum über der verwundbarsten Seite des Gefängnisses und löst einen Alarm aus, sobald eine Drohne den Zaun überquert.

„Drohnen zu detektieren, ist eine sehr komplexe und anspruchsvolle Aufgabe“, so Dedrone-Chef Jörg Lamprecht. „Durch den Einsatz verschiedener Sensoren, gelingt es uns jedoch sämtliche Arten zu erkennen.“ Das Herz des Drohnen-Warnsystems besteht aus einer intelligenten Mustererkennungssoftware und einer Datenbank mit Drohnen-Signaturen, die nach dem Prinzip eines Virenscanners funktioniert und permanent aktualisiert wird.

Wie auf einen Drohnen-Alarm reagiert wird, obliegt dem Kunden. So kann zum Beispiel das Gelände nach der Drohne oder abgeworfenen Gegenständen abgesucht, Sicherheitskräfte alarmiert oder ein Prototyp verhüllt werden. Der DroneTracker speichert die Videos aller Drohnenflüge und sichert damit wichtige Beweise für die Analyse der Bedrohungslage und die Täterermittlung. Das Abschießen oder Jammen von Drohnen, das heißt, das Stören der Funk- oder GPS-Verbindungen, ist grundsätzlich möglich. Aufgrund der damit einhergehenden Risiken sind diese Maßnahmen nur wenigen Einrichtungen mit staatlicher Genehmigung vorbehalten.

Autorin des Artikels

Johanna Willms, PR & Marketing Manager, Dedrone

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