Nachwuchsförderung mit Wasserstoff und E-Fuels

Technologieoffenheit auf der Rennstrecke: Die Formula Future startet durch

Die Annahme, dass sich der akademische Nachwuchs an technischen Hochschulen inzwischen nur noch mit batterieelektrischen Antrieben befasse, führt in die Irre. Ein Blick auf das Teilnehmerfeld der studentischen „Formula Future“ beispielsweise rückt das Bild zurecht. Diese junge Rennserie bringt echte Technologieoffenheit auf den Asphalt.

Bei der Premiere des Motorsportevents im Sommer 2025 standen neben elektrischen Antrieben auch Weiterentwicklungen des Verbrennungsmotors und der Einsatz synthetischer Kraftstoffe im Fokus. Die zweite Auflage folgt im Juli 2026 auf dem Circuit Meppen im Emsland – mit identischem Konzept und einem deutlich erweiterten, internationalen Teilnehmerfeld. Zuvor gibt Malki Maliha, einer der ehrenamtlichen Event-Manager, beim 13. Internationalen Motorenkongress am 24. und 25. Februar 2026 in Baden-Baden Einblicke in das Konzept.

Formel mit vier Antriebskonzepten

Die Formula Future auf einen kurzen Nenner gebracht: Studierende rollen mit selbst entwickelten Rennfahrzeugen auf die Strecke, vergleichen Konzepte unter identischen Bedingungen und lernen direkt aus der Praxis. Das Reglement der Formula Future ist dabei so offen wie möglich gestaltet. Erlaubt sind Brennstoffzellen, Wasserstoffmotoren, klassische Verbrenner und Hybrid-Konzepte.

Malki Maliha, Postdoktorand am Institut für Kolbenmaschinen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), ist nicht nur Wissenschaftler, sondern einer der treibenden Köpfe hinter der jungen Rennserie. Seine Botschaft: „Der Verbrennungsmotor ist für den Ingenieursnachwuchs noch lange kein altes Eisen.“ Während beispielsweise die etablierte Formula Student Germany rein auf elektrische Antriebe setzt, solle die Formula Future eine Lücke schließen für alle, die Technologieoffenheit als Leitlinie verstehen.

Bis zu 15 Teams gehen an den Start

Die Erstauflage des Events war im Sommer 2025 ein voller Erfolg: „Die Rennstrecke und die gesamte Location in Meppen wurden sowohl von den Teams als auch von den Sponsoren sehr gut angenommen.“ Daher erwarten die Organisatoren für 2026 eine deutliche Steigerung: Nach fünf Teams im vergangenen Jahr sollen es nun bis zu 15 Teams an den Start gehen. Internationaler wird das Feld ebenfalls. Malki Maliha: „Wir haben erste Anfragen aus Benelux, Spanien, Österreich und sogar aus China vorliegen.“ Diese Internationalisierung zeigt, dass das Interesse an komplexen Antriebslösungen ein globales Thema ist.

Die Veranstalter argumentieren dabei nicht gegen Elektromobilität, sondern für Wettbewerb im echten Wortsinn. „Am Ende des Tages muss sich das bessere Produkt durchsetzen, auf der Rennstrecke ebenso wie im Alltag auf der Straße“, unterstreicht der Postdoc weiter. „Zu erwarten ist zwar, dass batterieelektrische Antriebe unter Marktbedingungen die führende Rolle einnehmen, aber nicht so schnell und nicht so allgemeingültig wie vor wenigen Jahren noch gedacht.“ Weil verschiedene Anwendungsfälle völlig unterschiedliche Anforderungen aufweisen, ist die pauschale Festlegung auf eine Technologie aus seiner Sicht nicht zielführend.

Bessere Perspektiven für Absolventen gewünscht

Wer die Formula Future lediglich als studentischen „Track Day“ abtut, übersieht den zweiten Schwerpunkt: die Schnittstelle und Vernetzung zur Industrie. „Networking ist ein zentrales Thema für uns. Allerdings wünschen sich Studierende nicht nur Unterstützer für ihre Racingprojekte, sondern insbesondere klare berufliche Perspektiven. In dieser Hinsicht wäre bisweilen ein klareres Commitment für den Engineering-Nachwuchs in Europa wünschenswert – auch und gerade in den heutigen, konjunkturell herausfordernden Zeiten“, unterstreicht Malki Maliha weiter.

Bei den Einblicken in die Formula Future auf dem Motorenkongress wird es nicht allein bei Bildern bleiben. „Wir planen definitiv, ein bis zwei Fahrzeuge von teilnehmenden Teams mitzubringen und in Baden-Baden auszustellen. Das macht Rennsport und die Projekte der Studierenden direkt vor Ort erlebbar.“

Weitere Informationen: https://www.formula-future.eu

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