ConCarExpo 2017 mit Besucherrekord zu Ende gegangen

Mit rund 1.500 Besuchern ist am Donnerstag Europas größte internationale Fachmesse zu den Themen vernetztes Fahrzeug, automatisiertes Fahren und IT-Security zu Ende gegangen. Am 05. Und 06. Juli war Berlin internationaler Branchentreffpunkt. Auf der ConCarExpo mit ConCarForum, Car-Pavillion und Start-up Area, den begleitenden Fachkonferenzen sowie zahlreichen Side-Events konnten Besucher das Auto der Zukunft erleben.

Unter dem Motto „Connected Car & Mobility Solutions“ hat die ConCarExpo 2017 rund 1.500 Besucher und über 80 Aussteller aus aller Welt zusammengebracht. Mit einer Vielzahl an Fachvorträgen und vier Parallelkonferenzen mit mehr als 120 Sprechern bildet die ConCarExpo ein einzigartiges Wissensnetzwerk. Der Fokus liegt auf dem Leitthema Digitalisierung als Schlüssel auf dem Weg zum vollautomatisierten und vernetzten Fahren. Welche Trends und Akteure die Automobilbranche in Zukunft prägen, war erneut Mittelpunkt der zweitägigen ConCarExpo 2017 sein.

Die Automobilindustrie befindet sich in einer umfassenden Revolution. Diese Disruption findet in drei Dimensionen statt: Digitalisierung (vom Automobil mit dem Menschen als Fahrer zu vollvernetzten selbstfahrenden Fahrzeugen), Nachhaltigkeit (vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb), Urbanisierung (Von Ownership zu Shared Mobility). Das findet Johann Jungwirth, Leiter des Fachbereichs Digitalisierung der Volkswagen AG, der mit diesem Statement die ConCarExpo 2017 in seiner Keynote-Speech im ConCarForum eröffnete. „Dies wird einen ähnlichen Fortschritt der Gesellschaft und vor allem die Erhöhung unserer Lebenswirklichkeit bewirken wie vor über 100 Jahren der Umstieg vom Pferd aufs Automobil“, konstatierte Jungwirth. Dabei gab er sich visionär. Nicht erst im Jahr 2030 oder 2035 werde dies geschehen, sondern in den kommenden drei bis fünf Jahren werde diese neue Welt geformt. Während in den vergangenen einhundert Jahren, der Motor das Herz des Automobils und der Fahren das Gehirn war, so sei in diesem Jahrhundert das selbstfahrende System das Herz und die Mobilitätsplattform sein Gehirn. Insofern werde man das Automobil und Mobilität gleichsam neu erfinden. Trotz der immensen Herausforderung, gebe es deutliche Vorteile: Höhere Sicherheit, eine immense Zeitersparnis, lebenswertere Städte, mehr Komfort; kurzum: eine Chance, das Leben deutlich zu verbessern. Insbesondere der Volkswagenkonzern stelle sich für diesen Wandel umfassend auf. Damit werde er vom Autohersteller zum Mobilitätsanbieter avancieren, mit der Mentalität und Agilität des Silicon Valley.

Der Wandel des OEMs innerhalb dieser Revolution und ihre Rolle in der Zukunft war auch das zentrale Thema der diesjährigen internationalen Pressekonferenz. Diese stand unter der Frage: „Facing the Challenge - Digitale Transformation in der Automobilindustrie – Müssen Autohersteller Mobilitäts- & IT-Dienstleister werden?“. Die Antwort diskutierten die Teilnehmer:

  • Henry Bzeih, Managing Director Connected & Mobility Division, Kia Motors America
  • Thierry Klein, Head of Innovation Management for Verticals, Nokia Innovation Steering
  • Claudio M. Camacho, Head of Marketing, Tuxera Inc.
  • Roland Werner, Head of Government Affairs & Policy DACH, Uber
  • Martin Hauschild, Head of Traffic and Environment Expert Advisory Board VDI/Head of Mobility Technologies, BMW AG

In ihrer Antwort stimmten alle Teilnehmer überein. OEMs werden sich wandeln und ihre Geschäftsmodelle erweitern. Dabei werde der Kunde immer wichtiger.
„Die digitale Transformation und der Wandel traditioneller Geschäftsmodelle geht viel weiter als die Evolution der Technologien“, sagte Moderator Martin Hauschild (VDI/BMW). „Es berührt Aspekte der Erwartungen und Werte der Konsumenten. Es geht einerseits um die Art, in der die Gesellschaft Produkte konsumiert aber andererseits geht es auch tief in die Werte- und Arbeitskulturen von Firmen und Märkten“.

Das sah z.B. auch Thierry Klein (Nokia) ähnlich. Die Revolution habe die Automobil- und Telekommunikationsbranche sowie den IT-Sektor zusammengebracht, um vor allem neue Technologien zu entwickeln. Jetzt gehe es aber darum, dass diese Industrien miteinander kollaborieren, um Lösungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln, damit das volle Potenzial intelligenter Transport-Systeme auch ausgeschöpft werden kann.

„Die Automobilindustrie und viele andere waren in der Vergangenheit sehr auf das Produkt fokussiert“ findet z.B. Henry Bzeih (KIA). Heute sei stattdessen der Konsument in den Mittelpunkt gerückt. Dabei seien „Konnektivität, Autonomes Fahren und Mobilität“ wichtige Wegbereiter. Im Kern gehe es nun vor allem darum, von Produkt zentrierten Geschäftsmodellen hin zu Konsumenten orientierten Modellen zu gelangen, mit dem Ziel einer gelungenen Symbiose.

Auf der ConCarExpo 2017 standen so der Austausch von Wissen und Netzwerken im Mittelpunkt. So etwa auf den vier internationalen Fachkonferenzen:

Wissensaustausch und Netzwerken standen aber auch im ConCar-Forum im Mittelpunkt, wo insbesondere Vertreter von Ausstellern den Besuchern zahlreiche Expertenvorträge und Podiumsdiskussionen boten.

Ein Kernbereich der ConCarExpo 2017 war die 3.000 qm umfassende Ausstellerfläche mit mehr als 80 internationalen Ausstellern.

Die „ConCarExpo2017“  umfasste folgende Ausstellungsbereiche:

  • Automatisiertes Fahren und Fahrerassistenzsysteme
  • Elektronische Komponenten, Steuerung und Kontrolle, Sensorik
  • Software, Car-IT und Infrastrukturtechnologien (Cloud, Big Data Analytics)
  • HMI, Bedienung und Anzeige sowie Infotainment
  • Diagnose, Test, Integration, After Sales Services
  • Verkehrstechnik, Infrastruktur, Telematics
  • Vernetzte Mobilitätslösungen und Connected Services
  • Entwicklungsdienstleistungen, Projekte, Initiativen

Das Auto der Zukunft blieb aber nicht reine Theorie – Einige Highlights präsentierte der Car-Pavillion, an dem automatisierte, urbane E-Fahrzeuge live erlebt und betrachtet werden konnten.
Das Konzeptfahrzeug OASIS von Rinspeed etwa, dem „pfiffigen selbstfahrenden E-Mobil für Stadt und Umland“, war nur eines der Highlights, die im Car-Pavillon präsentiert wurden.
Darüber hinaus befanden sich auch zweirädrige Mobilitätslösungen auf dem Test-track „first & last Mile“-Solutions. Auf einem Parcours waren Teilnehmer eingeladen smarte Fahrräder, E-Skateboards oder E-Micro Scooter, Probe zu fahren.

In der Start-up Area mit eigenem Forum stellten junge und innovative Unternehmen ihre Entwicklungen für das vernetzte Fahrzeug der Zukunft vor.
Im Rahmen des Start-up Forums fand der Start-up Pitch statt. Bei diesem Wettbewerb hatten die teilnehmenden Firmen nur einige Minuten Zeit, um Ihre neusten Ideen und Produkte einer Jury vorzustellen.
Den ersten Platz belegte die „parkbob GmbH“. Der Gewinner des Start-up Pitches erhält jetzt 120.000 Euro Cloud Kapital von Microsoft sowie eine Einladung zur Microsoft Deutschland GmbH in München.
Der zweite Platz ging an „Third Space Auto“. Das Start-up erhält nun eine Teilnahme an der “International Start-up Incubator and Accelerator“ in Brüssel.

Beim ConCarExpo Hackathon kreierten fünf junge IT-Entwickler-Teams innovative Lösungen für verschiedene Bereiche der Mobilität. Nach 24 Stunden wurden die Ergebnisse auf der Bühne der Start-up Area präsentiert und die Besten unter ihnen prämiert.
Das siegreiche Team VeeTox gewann den Preis im Wert von 7.000 € mit einer Entwicklung zum Thema Kollisionsvermeidung mit Fahrrädern.

Insgesamt zeigt sich der Veranstalter angesichts der Themenvielfalt, den herausragenden Expertenbeiträgen und nicht zuletzt durch das positive Besucherfeedback im Konzept der ConCarExpo bestätigt.
Timo Taubitz, Geschäftsführer der VDI Wissensforum GmbH sagt hierzu: „Die ConCarExpo ist Europas größte internationale Fachmesse rund um die Themen vernetztes Fahrzeug, automatisiertes Fahren sowie IT Sicherheit. Seit ihrem erfolgreichen Start im Jahr 2016 ist sie die wichtigste Wissens-, Netzwerk- und Businessplattform der Branche. Wir und unsere Gäste sind nicht nur ein Teil der Zukunft, sondern es gelingt uns eindrucksvoll sie maßgeblich mitzugestalten“, sagt Taubitz und kündigt gleichzeitig die Fortsetzung der Veranstaltung im Jahr 2018 an.


Weitere Informationen zu der internationalen Fachmesse ConCarExpo 2017 und das begleitende Fachprogramm finden Sie unter www.concarexpo.com sowie über das VDI Wissensforum Kundenzentrum, Postfach 10 11 39, 40002 Düsseldorf, E-Mail: info@concarexpo.com, Telefon: +49 211 6214-7049, Telefax: -167.

Über die VDI Wissensforum GmbH

Die VDI Wissensforum GmbH mit Sitz in Düsseldorf ist seit mehr als 50 Jahren einer der führenden Weiterbildungsspezialisten für Ingenieure sowie für Fach- und Führungskräfte im technischen Umfeld. Die mehr als 1.300 Veranstaltungen im Jahr decken alle relevanten Branchen ab. Das Angebot reicht von Seminaren und Technikforen über modulare Lehrgänge mit abschließender Zertifizierung bis zu Fachtagungen und Kongressen. Dabei gewähren permanente Marktrecherche, ein großes Expertennetzwerk und das ausgeprägte Know-how des VDI (Verein Deutscher Ingenieure) die hohe Qualität der Veranstaltungen.