Weihnachtsquiz für stressresistente, kreative und kriminalistische Ingenieure - und welche, die es noch werden wollen

Dieses Jahr betätigen wir uns zu Weihnachten kriminalistisch. Dabei können wir uns die Grundprinzipien von TRIZ (der Theorie der systematischen Problemlösung) zu nutzen machen.

Hierzu vorab ein klein wenig Theorie.

Probleme lassen sich mit Hilfe von vier Grundprinzipien lösen

1. Räumliche Trennung

Die widersprüchlichen Objekte, Funktionen und Eigenschaften sind räumlich voneinander zu trennen. Die gewünschte nützliche Wirkung darf nur in einem begrenzten Bereich eintreten. Beispiel: Das Fahrwerk eines Flugzeuges soll bei Start und Landung vorhanden sein. Im Flug stört es. => Es wird in einen Schacht eingefahren.

2. Zeitliche Trennung

Die gewünschte Funktion wird nur zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeführt. Vorgänge werden zeitlich getrennt. Beispiel: Man will Weihnachtseinkäufe mit zwei Kindern durchführen. Dies führt zu einer argen Belastung des Nervenkostüms. => Man geht zuerst mit dem einen, dann mit dem anderen Kind.

3. Zustandswechsel

Das betrachtete System ist in einen anderen Zustand zu überführen (fest, flüssig, gasförmig, gelartig, pastös etc.). Beispiel: Um ein Schokoladenbonbon mit Sirup zu füllen, wird dieses vorher eingefroren und dann in die flüssige Schokolade getaucht.

4. Übertragung der Funktion auf ein übergeordnetes oder ein untergeordnetes System

Man kann den Stress mit den Kindern beim Einkaufen reduzieren, indem man sie bei der Oma abgibt (Übersystem). Oder man beschäftige die Kinder mit dem Gameboy, während man einkauft (Untersystem).


Normalerweise nutzen wir diese Techniken, um neue Produktideen zu finden, wie man es im VDI Seminar „Produktideen methodisch entwickeln und bewerten“ lernen kann. Aber das dort erworbene Wissen kann überall eingesetzt werden, auch um weihnachtliche Kriminalfälle zu lösen.

Gespannt?

Hier kommt unser Kriminalfall:

Die Teilnehmer unseres Seminares „Stressresistenz, Strategie und Taktik“ beschließen nach dem interessanten Seminartag auf dem Schießtand einen Besuch auf dem Düsseldorfer Weihnachtsmarkt, der endlich wieder geöffnet ist. Nach dem innerlichen Erwärmen mit Glühwein hat einer die gute Idee, äußerlich in der Sauna nachzuheizen (Ja, ich weiß, dass man das nicht tun soll, kann aber bei gutgelaunten Seminargruppen durchaus vorkommen).

Also ab zur Hotelsauna. Doch dort ist der Schreck groß. Beim Blick durch das Fenster in der Türe sehen sie eine Leiche. Wie gut, dass sie heute gelernt haben, unter Druck einen kühlen Kopf zu bewahren.

Sie alarmieren sofort die Polizei und halten die Saunatüre bis zu deren Eintreffen geschlossen.

In der Sauna befindet sich eine tote männliche Person. In ihrem Rücken befindet sich eine klaffende Wunde, die durch einen spitzen Gegenstand verursacht wurde. Zusammen mit dem Toten befinden sich noch 3 weitere Personen in der Sauna:

  1. Sein Anwalt, der ein Notebook bei sich trug
  2. Sein Bruder, der eine Thermosflasche bei sich hatte
  3. Sein Schwiegervater, der Duftöle bei sich hatte

Der Kommissar untersucht alle diese 3 Personen genauestens, kann jedoch keine Tatwaffe finden.

Die Befragung ergibt die folgende Sachlage:

Die Tat geschah während eines Aufgusses. Durch den dichten Nebel konnte keine der Personen selbst erkennen, wer der Mörder gewesen ist. Alle sind sich jedoch einig, dass die Türe geschlossen geblieben ist, weil diese sonst furchtbar gequietscht hätte.

Da ein Teil unserer Seminarteilnehmer bereits an dem Seminar „Produktideen methodisch entwickeln und bewerten“ teilgenommen hat, schlagen die dem Kommissar ihre Unterstützung vor und erklären ihm die oben erläuterten Prinzipien.

Unser Kommissar denkt kurz über die vier TRIZ Prinzipien. Mit diesen spielt er im Kopf Szenarien durch und überlegt, wie der Mord begangen worden sein könnte. Plötzlich legt sich ein Lächeln auf seine Lippen, denn jetzt weiß er, was die Tatwaffe war und wie der Mörder vorgegangen ist.


Wer war der Täter und wie hat er den Mord begangen? Welche(s) der vier Prinzipien wurde(n) verwendet?

Frohe Weihnachten und alles Gute für das neue Jahr

Dr.-Ing. Bernd Gimpel

Zum Autor

DR. Bernd Gimpel, geb. 1961 studierte Fertigungstechnik an der RWTH in Aachen. Parallel zu seinem Studium arbeitete er am Fraunhofer Institut bei Prof. Pfeifer und war dort beratend in der Industrie tätig. Er baute die Gruppe Qualitätsmanagement mit auf und entdeckte sein Interesse an der Optimierung von Produkten und Prozessen, über die er 1990 promovierte. Nach der Promotion war er geschäftsführender Gesellschafter einer Unternehmensberatung, bis er 1996 die Quality Engineers gründete.

Das Unternehmen verfügte zeitweise über 5 Mitarbeiter, die allerdings mit und mit zu einer Festanstellung bei größeren Unternehmen gewechselt sind. Die Erfahrung zeigte, dass die Kunden ein hohes Maß an Erfahrung und einen festen Ansprechpartner wünschen. Aus diesem Grund hat sich Dr. Gimpel vor 15 Jahren entschlossen, das Unternehmen allein zu führen. Damit ist er von Personalaufgaben entlastet und kann sich ganz seinen Hauptaufgaben Beratung und Schulung widmen.

Neben seiner ingenenieursmäßigen Ausbildung lernte Dr. Gimpel NLP am Marwitz Institut in Bonn und studierte angewandte Psychologie am European Center of Psychotechnologies in Moskau bei Gennady Vinokurov. Zusammen mit dem Wirtschaftspsychologen Muhamet Ali Vural entwickelt er Modelle zur Analyse von Körpersprache und Verhaltenspsychologie.

Seine langjährige Erfahrung und breite Kenntnis der Industrie in den unterschiedlichsten Branchen führt dazu, dass er sich schnell und flexibel mit den verschiedensten Aufgabenstellungen erfolgreich auseinandersetzen kann.

Menschen sind ihm wichtiger als Techniken. Deshalb besteht ein wesentlicher Anteil seines Erfolges in einer angenehmen Zusammenarbeit mit seinen Kunden, aus der eine Vielzahl langjähriger Kontakte entstanden sind. Das so entstandene Netzwerk ist eine wesentliche Ressource bei der erfolgreichen Abwicklung von Projekten.

Weitere Informationen finden Sie auf seiner Homepage

https://qeweb.de