Seminar

Verzahnung und Abgrenzung von BetrSichV und MaschRL

BetrSichV und MaschRL: Verzahnung und Abgrenzung

Welche Verantwortlichkeiten Sie als Anlagenbauer und -planer im Sinne der MaschRL wahrnehmen müssen – das lernen Sie im VDI-Seminar „Verzahnung und Abgrenzung von BetrSichV und MaschRL“. Sie erfahren, wie Sie die Anforderungen der MaschRL in der Praxis umsetzen und wie Sie vorhandene Aufzeichnungen für die Konformitätserklärung nutzen. Das Seminar vermittelt Ihnen aktuelle Informationen zur novellierten BetrSichV und Lösungsansätze für Ihren Praxisalltag.

Praxislösungen für den Alltag

Die gesetzlichen Hintergründe sowie die Erläuterung der Grundlagen von Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und Maschinenrichtlinien (MaschRL) stehen auf dem Programm des Seminars „Verzahnung und Abgrenzung von BetrSichV und MaschRL“. Wo finden sich Überschneidungen, wo liegen Unterschiede? Das Seminar vermittelt Ihnen die Zusammenhänge zwischen MaschRL und BetrSichV in ihrer Gesamtheit.

Sie lernen in dem Seminar, welche Verantwortung Betreiber als Anlagenbauer und –planer gemäß MaschRL tragen und wie Sie diese rechtskonform erfüllen. Sie erfahren, wie Sie die Vorgaben aus der Maschinenrichtlinie betriebsnah anwenden. Sie lernen, vorhandene Aufzeichnungen in ihrem Unternehmen für die Konformitätserklärung zu nutzen. Das Seminar vermittelt Ihnen, wie Sie bei der Inbetriebnahme den Gefahrenübergang vom Hersteller zum Anlagenbetreiber strukturieren und umsetzen. Auch die Anlagenoptimierung sowie Instandhaltungsmaßnahmen unter Berücksichtigung von BetrSichV und MaschRL sind Teil des Seminarprogramms.

Nach dem Seminar sind Sie in der Lage, die Schnittstellen zwischen Maschinenanlagen und überwachungsbedürftigen Anlagen klar zu benennen. Ferner können Sie Ihr neu erworbenes Wissen nutzen, um gegenüber Lieferanten und Behördenvertretern sicher zu argumentieren. Sie erfahren, welche Aufgaben und Verantwortungen Sie als Betreiber bei der Eigenherstellung erfüllen müssen.

Das Seminar kann auch im Rahmen des Lehrgangs „Betriebsingenieur VDI“ als Wahlpflichtmodul belegt werden.

Das bietet Ihnen das Seminar

In der 2-tägigen Schulung stehen folgende Punkte auf der Tagesordnung:

Programm als PDF zum Ausdrucken herunterladen

Programmablauf

1. Tag: 9:00 bis ca. 17:00 

Gesetzliche Hintergründe

  • Erläuterung der Basics von BetrSichV und MaschRL
  • Trennendes und Zusammenhängendes bei Maschinen und Arbeitsmitteln
    • Wann ist ein Arbeitsmittel nach BetrSichV auch eine Maschine nach MaschRL?
    • Wann wird eine Maschine nach MaschRL zum Arbeitsmittel nach BetrSichV?
  • Vergleich der drei wichtigsten Inhalte eines Gesetzes:
    • Zielgruppe: An welchen Personenkreis richten sich BetrSichV und MaschRL?
    • Definitionen: Welche Arbeitsmittel/technischen Gerätschaften unterliegen diesen Gesetzestexten?
    • Ausnahmen: Wo gibt es Ausnahmeregelungen, die Sie sich für Ihre Projekte nutzbar machen können?


Schnittpunkte MaschRL und BetrSichV

  • Ähnliche Worte, doch ganz andere Bedeutung
    • Maschinenbau = Anlagenbau?
    • Maschinenabgrenzung = Anlagenabgrenzung?
    • Risikobeurteilung = Gefährdungsbeurteilung?
    • Maschinensteuerung = Anlagensteuerung?
  • Welche Definition sind auf die Herstellerverantwortung und welche auf die Betreiberverantwortung zurückzuführen?
  • Warum es für den Anlagenbetrieb wichtig ist beide zukennen


Problem Eigenherstellung?

  • Leitfaden für ein Konformitätsverfahren bei Eigenherstellung
    • Von der ersten Datensammlung der einzelnen Maschine bis hin zur Prüfung auf Vorliegen einer „Gesamtheit von Maschinen“
  • Anlagenbau und Herstellung von Maschinen für den Eigengebrauch
    • Das „saure Gurken-Problem“ der Betreiber
  • Effizientes Projektmanagement durch Verwendung schon vorhandener betrieblicher Dokumentation für das Konformitätsverfahren
  • Erweiterung betrieblicher „Bordmittel“ zu einem rechtssicheren Konformitätsverfahren ohne zusätzliche EDV
  • Wann es sinnvoller ist, einen Teillieferanten mit dem gesamten Konformitätsverfahren zu beauftragen

Anhand von Praxisbeispielen (Rührbehälterbau, Tabletten fertigungsanlage) wird die Vorgehensweise eines Konformitätsverfahrens bei Eigenherstellung
vorgestellt.

Gesamtheiten von Maschinen (verkettete Maschinen) in verfahrens- und prozesstechnischen Anlagen

  • Warum eine komplette verfahrenstechnische Anlage nie als eine Gesamtheit von Maschinen konzipiert sein wird
  • Voraussetzungen, um zwei prozesstechnisch verbundene Maschinen zu einer Gesamtheit werden zu lassen
  • Auswirkungen der Gesamtheit auf verfahrenstechnische u.ä. Anlagen
  • Möglichkeiten, eine Gesamtheit zu vermeiden
  • Richtige Maschinenabgrenzung als Garant für flexible Prozessoptimierungen
  • Wann Druckgeräte unter die MaschRL fallen und wie damit problemlos umzugehen ist

Übung: Maschinenabgrenzung in einer verfahrenstechnischen Anlage und Erarbeitung des Unterschiedes zwischen Maschine und überwachungsbedürftigen Anlage.
Vertiefung der Tagesthemen an Fallbeispielen. Auf Wunsch besteht die Möglichkeit, Beispiele aus den Betrieben der Teilnehmer zu erörtern.

2. Tag: 08:30 bis ca. 16:30 

Psychologie der Arbeitssicherheit bei der Planung von Maschinen und Anlagen

  • Von der technisch-orientierten Sichtweise hin zur bedienerintegrierten Gesamtansicht bei der Entwicklung von Maschinen
    • Nicht Sicherheit darf das Ziel sein, sondern sicheres Arbeiten
  • Individuelle Wahrnehmung des Menschen
  • Ganzheitliche Wahrnehmung von Informationen
    • Daraus abzuleitende Konsequenzen für Betriebsanleitungen nach MaschRL und Betriebsanweisungen nach BetrSichV

Übungen:

  • Konzentration auf das Wesentliche
  • Verständliche Anleitungen und Anweisungen


Schutzeinrichtungen

  • Wo endet die Sicherheit durch Maschinenkonstruktion und wo beginnen die Sicherheitsmaßnahmen i.S. der BetrSichV?
    • Welche Parameter sind für den Hersteller von Maschinen wichtig?
    • Was muss der Betreiber der Maschine beachten?
    • Welche Schutzeinrichtungen sind für den sicheren Betrieb einer Maschine notwendig und wo sind diese durch prozesstechnisch relevante Schutzeinrichtungen zu ergänzen?
    • Warum eine Maschine ohne prozesstechnische Schutzeinrichtungen trotzdem eine vollständige Maschine ist


Inverkehrbringen von Maschinen

  • Von der „Nullsekunde“ des Inverkehrbringens nach MaschRL und dem Probebetrieb nach BetrSichV
  • Zeitpunkt des Gefahrenübergangs: Ab wann ist der Betreiber haftbar?
  • Was Sie bei der Schnittstelle Betreiber/Hersteller beachten müssen
  • Inverkehrbringungsvorschriften und die Konsequenzen für den Einkauf
  • Strukturiertes Vorgehen, um als Betreiber Haftungen aus Pflichtverletzungen zu vermeiden.
  • Was, wenn die Maschine vom Hersteller nicht mit CE-Konformitätserklärung geliefert wird?


Risikobeurteilung an einem Rührkessel

  • … und was bleibt für die Gefährdungsanalyse nach BetrSichV?
  • Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten bei einer Risikobeurteilung für die Eigenherstellung
  • Wann ist eine Risikobeurteilung durchzuführen?
  • Inhalte einer Risikobeurteilung
  • Risikobeurteilung, Störungsbetrachtung und Gefährdungsanalyse
    • Zeitpunkt der Durchführung und Synergien

Übung: Durchführung einer Risikobeurteilung an einem Rührkessel

Umbau in einer verfahrenstechnischen o.ä. Anlage

  • Wann werden Maschinen wesentlich verändert?
  • Wann werden Anlagen wesentlich verändert?
  • Klärung des Begriffs „Wesentliche Veränderungen“
  • Was sind die Konsequenzen, die sich daraus ergeben?
  • Wie ist eine wesentliche Veränderung zu dokumentieren?
  • Verliert eine Anlage ihre BImSchG-Genehmigung, wenn in ihr Maschinen wesentlich verändert werden?

Übung: Prüfung auf „wesentliche Veränderung einer Anlage“ anhand eines Ablaufdiagramms

Die Betriebsanleitung bei der Eigenherstellung

  • Von der technischen Dokumentation über die Betriebsanleitung zur technischen Dokumentation – oder besser die Betriebsanleitung als Verweisdokument?
  • Was in der Betriebsanleitung stehen muss und worauf Sie verweisen können
  • Wie eine Betriebsanleitung nach MaschRL bei Eigenherstellung aussehen könnte + Handlungshilfe zur Erstellung einer Betriebsanleitung bei Eigenherstellung

Zahlreiche Übungen und Beispiele sorgen für einen engen Praxisbezug. Das Seminar ist auch als firmeninterne Schulung buchbar, bei der Sie Termin, Ort und Inhalte selbst bestimmen können.

An wen sich die Weiterbildung richtet

Vom Workshop „Verzahnung und Abgrenzung von BetrSichV und MaschRL“ profitieren vor allem:

  • Projekt- und Betriebsingenieure, die mit Planung, Bau und Inbetriebnahme von verfahrenstechnischen Anlagen betraut sind
  • Betriebsingenieure und -leiter, die den Betrieb und die Instandhaltung von Maschinen und Anlagen verantworten
  • Beauftragte, die Konformitätserklärungen abzeichnen
  • Fachkräfte aus dem Einkauf
  • Sicherheitsbeauftragte
  • Fachkräfte für Arbeitssicherheit

Ihr Schulungsleiter Bernhard Labestin – Experte für Betriebssicherheit

Dipl.-Ing. (FH) Bernhard Labestin ist derzeit als Manager für EHS in einem verfahrenstechnischen Unternehmen tätig. Ferner hat er langjährige Berufserfahrung in den Bereichen Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz. Darüber hinaus ist Bernhard Labestin in Projektteams für Neuanlagen im Sinne des BImSchG als Sicherheitsingenieur tätig. In dieser Funktion ist er auch ein fachlicher Ansprechpartner für MaschRL und BetrSichV. Seit September 2010 ist er Mitglied im Ausschuss für Betriebssicherheit.

Sie haben Interesse? Jetzt anmelden

Sie wollen einen Überblick über die rechtliche Lage bei MaschRL und BetrSichV erhalten? Sie benötigen Anregungen für Lösungsansätze bei der Eigenherstellung bzw. bei der Veränderung von Maschinen? Dann sind Sie im Seminar „Verzahnung und Abgrenzung von BetrSichV und MaschRL“ genau richtig. Wählen Sie den gewünschten Termin und melden Sie sich heute noch an.

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07.02 - 08.02.2017 Frankfurt am Main verfügbar 1490 €

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