Konferenz

3. VDI-Konferenz Anlagensicherheit

Anlagensicherheit VDI-Konferenz

Beim Umgang mit brennbaren, gefährlichen, ätzenden, umweltschädigenden oder explosiven Stoffen kann es zu Unfällen, Bränden oder Explosionen kommen. In der Anlagensicherheit sollten Risiken präventiv abgeschätzt und durch geeignete Maßnahmen vermieden werden. Unabdingbar ist dabei ein umfangreiches Wissen über die aktuellen gesetzlichen Regelungen, die neuesten technischen Lösungen und die Implementierung einer guten Risikoorganisation. Dieses Wissen wird Ihnen auf der VDI-Konferenz „Anlagensicherheit“ vermittelt. Die Konferenz ist als Fortbildung für Störfallbeauftragte nach §9 der 5. BImSchV anerkannt. Weiterhin erhalten Sie für den Besuch der Konferenz 3 VDSI-Punkte Arbeitssicherheit und 1 VDSI-Punkt Umweltschutz.

Praxisfragen und Methoden der Anlagensicherheit

Die Anforderungen an die Anlagensicherheit steigen stetig, gleichzeitig ergeben sich auch neue Lösungsansätze in der Praxis. Die Umsetzung der Seveso-III-Richtlinie und die Leitfäden der KAS geben einen Rahmen für die praktische Umsetzung im Betrieb vor. Bekommen Sie auf der Tagung „Anlagensicherheit“ einen Überblick über neue Ansätze und bewährte Lösungen.

Ihre Vorteile

  • Diskutieren Sie mit Anlagenbetreibern, Behördenvertretern und Beratern die angestrebten Änderungen in der Gesetzgebung (Störfallverordnung, Betriebssicherheitsverordnung) und deren Umsetzung
  • Profitieren Sie von Erfahrungsberichten der Anlagenbetreiber zur praktischen Anwendung der Methoden der Anlagensicherheit in Unternehmen
  • Erfahren Sie, wie Sie nach Unfällen kompetent und rechtssicher mit Nachbarschaft, Medien und Behörden umgehen

TOP-Themen der Konferenz “Anlagensicherheit”

Die Konferenz wird fachlich durch Herrn Prof. Dr. Christian Jochum, stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Anlagensicherheit (KAS), geleitet. Folgende Themen werden u.a. diskutiert:

  • Effektiv vorbereitete und sichere Durchführung von Abstellungen
  • Cyber-Sicherheit in kritischen IT-Systemen
  • Risikobasierte Instandhaltung
  • Methodik zur Aufarbeitung und Kommunikation von Ereignissen
  • Angemessene Sicherheitsabstände nach Leitfaden KAS-18
  • Gefahrenübergang an der Schnittstelle Hersteller und Betreiber

Programm als PDF zum Ausdrucken herunterladen

Mittwoch, 27. April

09:30

Begrüßung

Prof. Dr. Christian Jochum, stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Anlagensicherheit (KAS), Bad Soden

09:40

Sicherheit muss gelebt werden – Mitarbeiter zu sicherheitsgerechtem Verhalten motivieren

  • Säulen der Arbeitssicherheit
  • Motivation und Motivierung
  • Strategien zur Mitarbeitermotivierung
  • Management und Motivation
  • Führungsverhalten und Motivation

Dipl.-Psych. Peter C. Zimmermann, Institutsleiter, iskom – Institut für Schulung, Kommunikation, Organisations- und Managementberatung, Neuss

10:20

Arbeitssicherheit bei Abstellungen

  • Besondere Risiken bei betrieblichen Abstellungen
  • Vorstellung von Instrumenten zur Verbesserung der Arbeitssicherheit
  • Aufzeigen von Kernthemen
  • Leitfaden für Arbeitssicherheit bei Abstellungen als bewährtes Hilfsmittel

Dipl. Ing. Bergbau Thomas Grau, Technischer Einsatzleiter Werkfeuerwehr, Werner Weiss, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Operative Arbeitssicherheit, BASF SE, Ludwigshafen

11:00

Kaffeepause mit Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch

11:30

Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr im Spannungsfeld steigender Erwartungen und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen

  • Herausforderungen der Notfallvorsorge und Gefahrenabwehrplanung für dezentrale Infrastruktur
  • Gefahrenabwehrplanung unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit und Ressourcen öffentlicher Feuerwehren
  • Krisenmanagement im Hinblick auf die Anwendung neuer Medien

Tobias Zilberman, M.Eng, Head of HSE, GAZPROM Germania GmbH, Berlin

12:10

Lagersicherheit in Deutschland

  • Aktuelle Situation im technischen Regelwerk
  • Tankläger in erdbebengefährdeten Gebieten
  • Quo vadis Bauartzulassung?
  • Fallen Tankläger unter die Maschinenrichtlinie?

Dipl.-Ing. (FH) Sven Stratenwerth, Serviceleiter, Göhler GmbH und Co. KG Anlagentechnik, Hösbach

12:50

Gemeinsames Mittagessen

13:50

Industrial Security – Best Practice

  • Motivation zum Einstieg in Industrial Security
  • Herausforderungen
  • Best Practice – Herangehensweisen und bewährte Umsetzungsstrategien

Michael Krammel, Geschäftsführer, KORAMIS GmbH, Saarbrücken

14:30

Möglichkeiten und Grenzen der HAZOP-Methode für Gefährdungs- und Risikobeurteilungen

  • Wo liegen Probleme bei der Festlegung der Betrachtungskreise („nodes“)?
  • Wo liegen die Besonderheiten bei der Bewertung von Risiken?
  • Können bei Maßnahmen mit Mitteln der PLT die Anforderungen innerhalb der HAZOP abschließend festlegt werden?
  • Kann man mit der HAZOP-Methode auch anderen Gefährdungsbeurteilungen erstellen?
  • Lassen sich Explosionsrisiken mit der HAZOP analysieren?

Dr.-Ing. Jürgen Licharz, Leiter Anlagensicherheit, DEKRA EXAM GmbH, Bochum

15:10

Ausbreitungsberechnung im Wandel

  • Stand der Überarbeitung der VDI-Richtlinie 3783 Blatt 1
  • Wie komplex muss ein Gasausbreitungsmodell sein?
  • Vergleich unterschiedlicher Modellansätze

Dr.-Ing. Bernd Schalau, Abt. 2 Chemische Sicherheitstechnik, Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung BAM, Berlin

15:50

Kaffeepause mit Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch

16:20

Risikobasierte Instandhaltung (RBI)

  • Risikobewertung als Grundlage für die Instandhaltung
  • Methodik und Anwendung
  • Nutzen der Risikobasierten Instandhaltung

Dr. Jürgen Hofmann, Principal Consultant, Risk Management Advisory, DNV GL Oil&Gas Germany, Hamburg

17:00

Kontinuierliches Alarm Management mit Data Mining

  • Reduzierung der Alarmgrundlast im Normalbetrieb
  • Reduzierung der Alarmfluten während Störung
  • Finden von Alarmmustern als Grundlage zur zustandsbasierten Unterdrückung, Gruppierung o. ä.
  • Ressourcen-schonender und kontinuierlicher Ansatz durch externe Datenanalyse
       und Expertise

Dipl.-Ing. (DH), Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Volker Bales, Account Executive Germany, D square Deutschland GmbH, Bitburg

17:40

Ende des ersten Veranstaltungstages

Zum Ausklang des ersten Veranstaltungstages lädt Sie das VDI Wissensforum
zu einem Get-together in ein typisches Düsseldorfer Brauhaus ein. Nutzen Sie
die entspannte Atmosphäre, um Ihr Netzwerk zu erweitern und mit anderen
Teilnehmern und Referenten vertiefende Gespräche zu führen.

Donnerstag, 28. April

09:00

Novelle der Störfall-Verordnung – Umsetzung der Seveso-III-Richtlinie

  • Stand des Rechtsetzungsverfahrens
  • Wesentliche Neuerungen
  • Weitere Vorgehensweise

Dipl.-Ing. Oliver Ludwig, Referent, Referat für Anlagensicherheit (IG I 4), Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Bonn

09:40

Angemessene Sicherheitsabstände – Alter Wein in neuen Schläuchen oder eine neue Herausforderung?

  • Vom angemessenen Abstand zum angemessenen Sicherheitsabstand
  • Ermittlung angemessener Abstände nach dem Leitfaden KAS-18
  • Praxisbeispiele
  • Die Rolle des Sicherheitsabstandes nach Umsetzung der Seveso-III-Richtlinie

Dr. Norbert Wiese, Gutachter, Anlagentechnik, Kreislaufwirtschaft, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, Recklinghausen

10:20

Verfahrenstechnische Anlagen: Gefahrenübergang an der Schnittstelle von Hersteller und Betreiber

  • Haftung an der Schnittstelle Hersteller/Betreiber bei Neubau und/oder Modernisierung
  • Wenn sich Betriebspersonal am Herstellungsprozess beteiligt
  • Betreiberverantwortung bei Anlagenerweiterung
  • Verfahrenstechnische Anlagen – Arbeitsmittel und/oder Maschinen?

Dipl.-Ing. (FH) Bernhard Labestin, Manager Environment, Health & Safety (EHS), Abbott GmbH & Co. KG, Wiesbaden

11:00

Kaffeepause mit Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch

11:30

Methodik zur Aufarbeitung und Kommunikation von Ereignissen

  • Überblick über Methoden zur Aufarbeitung von Ereignissen
  • Anwendungsbeispiele
  • Vergleich der Methoden
  • Leitfaden zur Aufklärung von Ereignissen in der Chemischen Industrie

Dr.-Ing. Hans-Erich Gasche, Leiter Process & Plant Safety, Bayer
Technology Services GmbH, Leverkusen

12:10

Schwerer Störfall in einem mittelständischen Chemiebetrieb

  • Störfallursachen und -ablauf
  • Auswirkungsbetrachtung
  • Sicherheitstechnische Analyse
  • Erkenntnisse aus der Untersuchung

Dipl.-Ing. (TH) Peter Gamer, Referatsleiter Anlagenbezogener Immissionsschutz, Lärm, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Dresden

12:50

Gemeinsames Mittagessen

13:50

Was mache ich, wenn der „Brand“ brennt und der Nachbar twittert?

  • Community-Building
  • Identifikation von Meinungsführern
  • Kommunikation im Social Web vor, während und nach der Krise
  • Etablierung eines Krisendialogs
  • Mobile Krisenkommunikation

Dipl.-Geogr. Mark Mätschke, Pressesprecher und Social Media
Manager, CURRENTA GmbH & Co. OHG, Leverkuse

14:30

Die Folgen eines Störfalls im Umwelt- und im Strafrecht

  • Betriebsuntersagung nach Störfall
  • Strafrechtliche Ermittlungen
  • Probleme mit der Wiederinbetriebnahme der Anlagen

RA Prof. Dr. jur. Hans-Jürgen Müggenborg, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, Kanzlei Prof. Müggenborg, Aachen

15:10

Abschlussdiskussion

Prof. Dr. Christian Jochum, stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Anlagensicherheit (KAS), Bad Soden

15:20

Ende der Veranstaltung

Am ersten Abend laden wir Sie ein, die gewonnenen Erkenntnisse mit den Referenten und Teilnehmern zu diskutieren. Das Get-together wird in einem typischen Düsseldorfer Brauhaus stattfinden. Freuen Sie sich auf leckeres Altbier und regionale Spezialitäten.

Wer sollte teilnehmen?

Die Konferenz „Anlagensicherheit“ richtet sich an:

  • Störfall- und Immissionsschutzbeauftragte
  • Mitarbeiter aus Produktion, Technik und den Abteilungen Anlagensicherheit, Chemikaliensicherheit, Umweltschutz und Arbeitsschutz der Branchen: Chemie- und Petrochemie, Pharma, Lebensmittel, Energieerzeugung, Stahlerzeugung, Oberflächenbehandlung
  • Sachverständige für Anlagensicherheit
  • Berater aus Ingenieurbüros für Anlagensicherheit
  • Behördenvertreter

Spezialtag „Krisen- und Notfallmanagement – Konkrete Planungen für den Ernstfall“

Im VDI-Spezialtag „Krisen- und Notfallmanagement“, der am 26. April 2016 stattfindet, wird Ihnen das Rüstzeug vermittelt, um im Krisenfall so effektiv wie möglich zu handeln.

Buchen Sie den Spezialtag separat oder in Kombination mit der 3. VDI-Konferenz „Anlagensicherheit“. Bei einer Kombi-Buchung sparen Sie insgesamt 360 EUR.