Rückblick auf die ELIV 2019

„Software ist Game Changer…

… und Daten sind das neue Öl“. Die Message der Experten ist eindeutig auf dem Internationalen VDI-Kongress ELIV (ELectronics In Vehicles) in Bonn. Dieser ist jetzt zu Ende gegangen. Vom 16. bis 17. Oktober 2019 präsentierten Fachleute die neuesten Entwicklungen im Automobilbereich.

„In den kommenden zwei Jahren werden wir mehr Veränderungen in der Automobilbranche erleben, als in den vergangenen 50 Jahren. Eine Revolution“, sagt ELIV-Kongressleiter Uwe Michael beim Blick in die Zukunft. Eine Schlüsselrolle dieser „Revolution“ kommt dabei der Software zu. Die Zahl der Innovationen steigt immer weiter und schneller. Im direkten Vergleich hat sie andere Bereiche wie z.B. die Elektronik deutlich hinter sich gelassen, was die Zahl der Neuentwicklungen betrifft, zeigt Michael in seinem Eröffnungspanel.

Welche Software-Technologie ist wichtig?

Auch die Teilnehmer glauben, dass Software und Daten die Währung der Zukunft sein werden. In einer interaktiven Live-Umfrage bewerteten sie wie wichtig verschiedene Software-Technologien im Transformationsprozess der Branche sein werden. Bei der Mehrfachabstimmung konnten die Besucher je ihre drei Favoriten benennen. Hier ist das Ergebnis:

Demnach glauben 59% der Teilnehmer, dass Cyber Security der höchste Stellenwert im Veränderungsprozess zukommen wird, dicht gefolgt von Künstlicher Intelligenz (45%) und Over the air updates (40%). Nach wie vor wichtig, so die Expertenmeinung, bleiben Big Data/Cloud Computing sowie Connected Car/IoT (jeweils 32%) und Embedded Software (31%). Deutlich weniger Bedeutung messen sie der Blockchain-Technologie (9%) bei dem Veränderungsprozess bei.

Etwas ernüchtert blicken die Teilnehmer auf die Zukunft des autonomen Fahrens: Sie glauben heute, dass erst ab 2030 das Auto endgültig alle Fahrfunktionen vom Menschen übernehmen wird. Das war bei der Abstimmung auf der ELIV 2017 noch anders. Damals glaubte man, dass das sogar schon 2025 der Fall wäre. Der Optimismus in eine rasche Umsetzung der neuen Technologie hat nachgelassen. Kongressleiter Michael übt harsche Selbstkritk: „Das heißt, wir haben nichts gemacht in den letzten zwei Jahren. Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen und jetzt unsere Hausaufgaben machen. Welchen Weg wollen wir gehen? Welche Software brauchen wir dafür? Wir brauchen offene Architekturen und wir müssen agil arbeiten und kooperieren“.

Software als Enabler des Strukturwandels

Insbesondere die Kosten für die Software-Entwicklung sind dabei immens hoch. „Die Dimension sind viele Milliarden Euro, die ein Hersteller investieren muss“, sagt Prof. Dr. Lutz Eckstein auf der diesjährigen Pressekonferenz den Journalisten. Er ist Direktor des Instituts für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen, Vorsitzender des Beirats der fka GmbH und  der VDI-Gesellschaft Fahrzeug und Verkehrstechnik (VDI-FVT). Daher sehen er und die anderen Macher nur einen Ausweg: Kooperation.

„Vernetzte Fahrzeuge erfordern vernetzte Unternehmen“, bringt es Helmut Matschi (Mitglied des Vorstands, Division Interior, Continental AG) vor der Presse auf den Punkt. Grundlage bilden für ihn dabei agile Arbeitsweisen und Projektpartner aber ebenso High-Performance Computing. Das Ziel, so Matschi, sei eine serverbasierte E/E-Architektur als Basis für das automatisierte, voll vernetzte und selbstlernende Fahrzeug. „Um die Rechenleistung für Künstliche Intelligenz im Fahrzeug bereitzustellen, benötigen wir entsprechende Plattformen“, so der Ingenieur.

Das sieht Dr. Peter Steiner (Geschäftsführer, Audi Electronics Venture GmbH) ähnlich. Für ihn ist Software der Enabler für den Strukturwandel der Branche. Die zunehmende Digitalisierung sei so eine große Chance. Es bedürfe aber einer einheitlichen Softwareplattform über die gesamte Fahrzeugpalette hinweg. „Dann können Kostenpotentiale gehoben und gleichzeitig leichter innovative Softwarepakete dem Endkunden angeboten werden“, so Steiner.

ELIV 2021 – Mission Transformation

Mit der Transformation der Automobilindustrie geht auch ein Veränderungsprozess der ELIV einher. Diese trägt traditionell den Veränderungen Rechnung und integriert die neuen Trends und Themen. Und so wird sich auch künftig der steigende Anteil der Software-Technologien nicht nur auf Ausstellerseite sondern natürlich auch im Programm widerspiegeln. In diesem Jahr verzeichnete die ELIV rund 1.350 Teilnehmer und 135 Aussteller.

Die nächste ELIV findet statt:

20.-21.10.2021

Die ELIV Marketplace startet:

13.-14.10.2020

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Augmented Reality Head-up display
Autor: Dr. A. Jachen, Continental Automotive GmbH

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