Digitale Weiterbildung auf dem Prüfstand

Digitale Angebote zur Weiterbildung boomen in Zeiten von Corona besonders. Die Anwendung digitaler Tools ist momentan unumgänglich, so dass im Anschluss die Einsatz-Hemmschwelle drastisch gesunken sein dürfte. Doch auch ohne Krise und Kontaktbeschränkungen lohnt sich ein Blick in die Online-Alternativen. So fordert der deutsche Digitalverband Bitkom, dass digitales Lernen auch in der betrieblichen Weiterbildung breiter gefördert und zum neuen Standard werden muss. Was digitale Weiterbildung eigentlich ist und welche Vorzüge sie bietet, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Angebote und Formate für Weiterbildungen unterscheiden sich online immens. Auch Podcasts, Videos und Apps gehören zum Repertoire des Lernens. Sie kommen allerdings ohne direkten Kontakt zu anderen aus - der Lernende nutzt die Inhalte also selbstständig.

In Kontrast dazu stehen webbasierte Formate mit menschlicher Interaktion. Hier können Teilnehmer und Lehrende miteinander interagieren, sich teilweise per Webcam sehen und Dokumente miteinander teilen. Klassische Elemente aus Präsenz-Veranstaltungen wie Gruppenarbeiten und Workshops mit reduzierter Teilnehmerzahl sind bestenfalls Bestandteil solcher Online-Veranstaltungen. Doch welche Vorteile bieten diese digitalen Formate und was sollten sie mitbringen, damit sie mit der Vor-Ort-Variante mithalten können?

Ortsunabhängigkeit und Zeitersparnis

Ein Vorteil, der auf der Hand liegt, ist die räumliche Flexibilität. Teilnehmer von Online-Veranstaltungen können Seminare, Tagungen oder Konferenzen von überall besuchen, sei es das eigene Zuhause, das Büro oder ein Café. Damit einher geht die Zeitersparnis: Eine aufwändige An- und Abreise fällt weg, die Weiterbildung lässt sich bequem in den Alltag integrieren. Zudem können Kosten mit diesem Weiterbildungsmodell reduziert werden, da Anreise- und Übernachtungskosten entfallen.

Netzwerken trotz Kontaktbeschränkung

Ein weiterer Vorzug, der vor allem in der aktuellen Lage eine essenzielle Rolle spielt, ist das Thema Netzwerken. Online-Veranstaltungen sollten Möglichkeiten zum Austausch und zum Knüpfen neuer Kontakte geben. Dies kann zum Beispiel in Form von kleineren Break-Out-Sessions, Pinnwänden für Visitenkarten sowie kleinen Gruppenchats oder Video-Calls passieren. Auch ganze Formate wie World Cafés können im digitalen Plenum abgehalten werden und so den gewohnten fachspezifischen Austausch fördern.

Interaktivität

Interaktiv bedeutet nicht nur, dass nach einem Vortrag eine kleine Fragerunde stattfindet. Interaktivität umfasst auch Aufgaben, Diskussionen und die Einbindung von Teilnehmern in die Weiterbildung. So kann das Gelernte direkt umgesetzt oder diskutiert und somit tiefer verankert werden.

Digitale Weiterbildung – richtig umgesetzt – kann also eine wirkliche Alternative zu Präsenz-Veranstaltungen bieten und enthält noch viel ungenutztes Potenzial. Ob sich eine der beiden Formen durchsetzen wird oder beide koexistieren werden, ist aktuell noch nicht absehbar. Fakt ist, dass digitale Formate auf dem Vormarsch sind.