Selbstführung als erster Schritt der Mitarbeiterführung

Selbstführung birgt einen hohen Nutzen und großen Gewinn. Denn auch, wenn sie Bereitschaft und Zeit braucht, ist sie für den unternehmerischen Erfolg unverzichtbar. Frei nach dem Motto „Wer sich nicht selbst führen kann, kann gar nichts führen“ sollte Selbstführung als Kompetenz verstanden werden, aus der sich alles andere Führungshandeln ableitet.

Führung fängt vor der eigenen Haustür an

Jeder kennt das aus eigener Erfahrung: Was die Beurteilung und Einschätzung unserer Mitmenschen betrifft, sind wir große Experten. Aber auf die Frage danach, was wir eigentlich selbst für Ziele und Prioritäten haben, welche schwierigen Gewohnheiten und blinden Flecken uns selbst immer wieder ein Bein stellen, herrscht oftmals betretenes Schweigen: Wir wenden selten den Blick nach innen.

Was fehlt, ist nicht der Scharfblick, sondern die Kraft der Selbstführung, durch die wir – unabhängig von fertigen Rezepten und Werkzeugen – damit beginnen können uns positiv zu entwickeln. Dies gilt im Privatleben genauso wie im Berufsalltag und für Führungskräfte besonders.

Im Folgenden sollen vier Handlungsfelder skizziert werden, mit deren Hilfe die Herausforderungen in Beruf und Privatleben individuell bewältigt werden können. Diese klaren Leitlinien helfen, trotz erhöhtem Veränderungstempo leistungsfähig zu bleiben und sich nicht vom Tagesgeschäft auffressen zu lassen.

Worauf es bei erfolgreicher Selbstführung ankommt

Bei erfolgreicher Selbstführung geht es darum, den persönlichen und individuellen Werten und Einstellungen auf die Schliche zu kommen. Selbstbewusstsein und –vertrauen sind dabei die Grundlage. Wem es gelingt, sich wiederkehrende Zeiträume einzuräumen, um aus dem operativen Geschäft heraus zu treten, erreicht mehr innere Klarheit. So fällt es leichter, sich auszurichten.

Arbeitsüberlastung und Getriebensein, die für zahlreiche Führungskräfte zur traurigen Realität geworden sind, lässt sich am besten durch Ruhepausen begegnen. Durch sie kann man den eigenen Akku aufladen und „runter kommen“.

Erstes Handlungsfeld: Gedankliche Selbstführung

Bei der gedanklichen Selbstführung geht es darum, herauszufinden, was Ihnen wirklich wichtig ist. Das ermöglicht eine fokussierte Ausrichtung und die Gedanken-Muster zu erkennen, die oftmals unbewusst feste Spuren in unserem Denken prägen. Durch das bewusstere Wahrnehmen des Denkens entsteht ein gewisser Abstand, der Ihnen immer öfter die Gelegenheit gibt, zu entscheiden, ob Sie auf schwierige Gefühle einsteigen möchten, oder nicht.

Werden Sie im Stau beispielsweise ungeduldig und wütend haben Sie nicht viele Handlungsmöglichkeiten, wenn Ihnen das gar nicht auffällt. Bemerken Sie den aufkommenden Ärger jedoch, haben Sie die Wahl: Ein sinnloses Hupkonzert zu starten oder vielleicht die Zeit nutzen, um entspannt ein Hörbuch zu genießen.

Zweites Handlungsfeld: Emotionale Selbstführung

In diesem Bereich kommt es darauf an, die eigenen Gefühle in den Griff zu bekommen. Anstatt sich von negativen Emotionen treiben zu lassen, gilt es sie loszulassen, u. U. einfach zu vergeben und zu versöhnen. Sie werden feststellen, dass sie diese Fähigkeiten leistungsfähiger und kompetenter machen.

Drittes Handlungsfeld: Verhaltensbezogene Selbstführung

Bei dem dritten Punkt geht es um das Verhalten, das für alle Mitarbeiter sichtbar ist. Auch, wenn jegliches Verhalten auf die ein oder andere Weise nachvollziehbar ist: nicht immer ist jede Ausdrucksweise angebracht. Verstehen Sie Ihr Verhalten und lernen Sie, es entsprechend anzupassen.

Eher sachlich denkende Führungskräfte können es dann vielleicht schaffen, sich doch auch mal einen Spaß mit den Mitarbeitern zu erlauben. Solche, die immer alles auf sich nehmen, können lernen, auch mal Nein zu sagen und klare Grenzen zu ziehen.

Viertes Handlungsfeld: Körperbezogene Selbstführung

Dieser vierte und letzte Aspekt bezieht sich zwar eher auf das Alter ab 30, betrifft aber letzten Endes alle gleichermaßen: der eigene Körper hat Grenzen der Leistungsfähigkeit. Zu wenig Bewegung, Schlaf und schlechte Ernährung sind allesamt Faktoren, die schnell zum Burnout führen. Es gilt, gesunde Gewohnheiten aufzubauen, die ein Leben lang nützen, wie z. Bsp. Phasen der Erholung und Entspannung sowie einen klaren Rhythmus.

Fazit: Jedes richtige Führungshandeln beginnt mit Selbstführung. Denn es gibt für einen Chef nur eine Möglichkeit, seine Mitarbeiter in bewunderndes Staunen zu versetzen: er muss ein richtig gutes Vorbild sein.

Autor des Artikels:

Marcus B. Hausner
Kooperationspartner der Unternehmenlotsen
mhdieunternehmenslotsencom