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Seminar „Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) und Produkthaftung“

Seminar Produktsicherheitsgesetz (ProdSG)

Die Vorschriften zur Produktsicherheit und Produkthaftung betreffen jedes Produkt. Unternehmer und Mitarbeiter sollten daher ihre Pflichten kennen. Im Seminar „Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) und Produkthaftung“ lernen Sie die Anforderungen des Gesetzes und des Produkthaftungsrechts kennen. Nach dem Seminar wissen Sie, wie Sie Gebrauchsanleitungen und Warnhinweise gestalten sollten und wann Sie bei fehlerhaften Produkten haften. Sie erhalten zum Abschluss der Veranstaltung eine VDI-Teilnehmerbescheinigung.

Das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) sicher anwenden

Selbst halbfertige Produkte fallen unter das Gesetz zur Produktsicherheit. Allerdings müssen Unternehmen in verschiedenen Situationen unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Im Seminar „Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) und Produkthaftung“ lernen Sie die einzelnen Anwendungsbereiche detailliert kennen. Sie erfahren, wer wann welche produktbezogenen Pflichten hat.

Die Veranstaltung hilft Ihnen, Haftungsrisiken für Unternehmen einzuschätzen und die Risiken von Unternehmern und Mitarbeitern abzustecken. Darüber hinaus lernen Sie auch, wie Sie Haftungsrisiken beispielsweise mittels entsprechend formulierter Anleitungen oder Warnhinweise reduzieren. Nach der Weiterbildung wissen Sie, wie Sie mit dem Produktsicherheitsgesetz und seine Grauzonen bestmöglich umgehen.

Worum geht es im Seminar zum Produktsicherheitsgesetz (ProdSG)?

Die Weiterbildung „Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) und Produkthaftung“ behandelt folgende Themen:

Programm als PDF zum Ausdrucken herunterladen

Programmablauf

Tag 1: 10:00 Uhr bis ca. 18:00 Uhr

Das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG)

Einleitung und Einordnung

  • Verhältnis zu Europarecht und EG-Harmonisierungsrichtlinien: „New Approach“ bzw. „New Legislative Framework“
  • Verhältnisse des ProdSG zum
    • Straf- und Bußgeldrecht: Die persönliche Verantwortlichkeit
    • Arbeitsschutzrecht: Die Betreiberpflichten
    • Zivil- und (Produkt-)Haftungsrecht
  • Betriebs- und Unternehmensorganisation: Pflichtenübertragung und Aufsicht

Ausführliche Vorstellung der Anwendungsbereiche des ProdSG

  • Für welche Produkte?
    Gegenständlicher Anwendungsbereich: Produkte und Verbraucherprodukte, Zulieferprodukte und Anlagen
  • Für welche Aktivitäten?
    Tätigkeitsbezogener Anwendungsbereich: Inverkehrbringen, Bereitstellen, Ausstellen, aber auch erstmalige Verwendung, Erweiterungen und Umbau
  • Für welche Wirtschaftsakteure?
    Persönlicher Anwendungsbereich: Hersteller, Bevollmächtigter, Importeur, Händler, aber auch Betreiber
  • Was gilt für Gebrauchtprodukte?
    Zeitlicher Anwendungsbereich und maßgebliche Rechtslage: Muss ich beim Verkauf nachrüsten?

Relevante Produktanforderungen – Definitionen und Bedeutungen für die Produktsicherheit

  • Europäisch-harmonisierter Bereich: EG-Harmonisierungsrichtlinien mit CE-Kennzeichnung
  • Nicht harmonisierter Bereich: „nationale Produkte“
  • Risikobeurteilung, Konformitätsbewertung und das Maß der zu erreichenden Sicherheit
  • Berücksichtigung der bestimmungsgemäßen und vorhersehbaren (Fehl-)Verwendung
  • Rechtliche Bedeutung von (DIN-)Normen und Vermutungswirkung bei Normeinhaltung
  • Instruktionen und Warnhinweise: Bedienungs-, Betriebs- und Montage-Anleitungen
  • Produktkennzeichnungen: CE-Kennzeichnung und GS-Zeichen

Die Betreiberverantwortung

  • Eigenherstellung und Direkt- bzw. Eigenimport aus Drittländern
  • Vervollständigung unvollständiger Maschinen, Herstellung von Gesamtanlagen und wesentliche Veränderung (Erweiterung und Umbau)
  • Inbetriebnahme: Schnittstelle zwischen Inverkehrbringens- und Betreiberrecht, u.a. Vertragsgestaltung beim Ver- und Einkauf von Arbeitsmitteln

Tag 2: 8:30 Uhr bis ca. 16:30 Uhr

Produkthafttung

Einführung und Einordnung

  • Was ist der Unterschied zum öffentlich-rechtlichen Produktsicherheitsrecht (ProdSG) und zum kaufrechtlichen Sachmängel-Gewährleistungsrecht?
  • Die beiden Rechtsbereiche der Produkthaftung
    • Strafrechtliche Verantwortlichkeit
    • Zivilrechtliche Schadensersatzhaftung
  • Die beiden Säulen der zivilrechtlichen Produkthaftung
    • Verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung nach Produkthaftungsgesetz (ProdHaftG)
    • Verschuldenshaftung (mit Beweislastumkehr) nach BGB

Antworten auf die zentralen Fragen

  • Was ist Haftungsgegenstand?
    Definition des Begriffes „Produkt“
  • Wann ist ein Produkt fehlerhaft?
    Definition des Begriffes „Fehler“ und Einfluss- bzw. Steuerungsmöglichkeiten
  • Wer haftet?
    Hersteller (inkl. Zulieferer), Importeure, Händler oder Führungskräfte?
  • Wann wird gehaftet?
    Konstruktions-, Fabrikations-, Instruktions-, Produktbeobachtungspflichten und Organisationspflichten
  • Über was muss wann, wo, wie und in welcher Sprache instruiert werden?
    Die überragende Bedeutung der Bedienungsanleitung
  • Wer muss was beweisen?
    Die (entscheidende) Frage der Beweislastverteilung
  • Wann entfällt die Haftung?
    Die (zahlreichen) Verteidigungsmöglichkeiten
  • Wann endet die Haftung?
    Zeitablauf und Verjährung
  • Was ist bei (Mit-)Verschulden des Nutzers?
    Fremdverantwortung versus Selbstverantwortung
  • Auf was wird gehaftet?
    Die Grundsätze von Schadensersatz und Schmerzengeld
  • Was ist vertraglich regelbar?
    Die Möglichkeiten zur Haftungsbeschränkung
  • Qualitätssicherungsvereinbarungen

Die persönliche Produkthaftungsverantwortung

  • Wer ist wann und wie weitgehend im Unternehmen für Produktsicherheit verantwortlich?
  • Die Relevanz der Unterschrift, z.B. unter Konformitätserklärungen und Risikobeurteilungen
  • Mit welchen Instrumenten werden welche Pflichten wie auf welche Mitarbeiter übertragen?
  • Was sind die Rechtsfolgen der Pflichtendelegation (Koordination, Aufsicht, Überwachung)?
  • Wie kann ich mich gegen Haftung schützen und versichern?

Sie erhalten ein Handbuch mit den Inhalten der Veranstaltung sowie eine VDI-Teilnehmerbescheinigung.

Für wen eignet sich das Seminar?

Die Weiterbildung ist für Führungskräfte und Mitarbeiter aus folgenden Bereichen gedacht:

  • Technik und Konstruktion
  • Technische Dokumentation
  • Qualitätsmanagement
  • Produktmanagement
  • Einkauf und Vertrieb

Die Inhalte der Veranstaltung sind außerdem interessant für CE-Beauftragte und Dokumentationsbevollmächtigte sowie für alle Geschäftsführer, Betriebs- und Werksleiter. Das Seminar „Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) und Produkthaftung“ können Sie auch als firmeninterne Weiterbildung buchen, die individuell auf den Wissensstand Ihrer Mitarbeiter abgestimmt ist.

Ihr Seminarleiter ist der Fachanwalt Prof. Dr. Thomas Wilrich

Prof. Dr. Thomas Wilrich ist Professor für Wirtschaftsingenieurwesen an der Münchener Hochschule für Angewandte Wissenschaften und zuständig für Wirtschafts-, Arbeits- und Technikrecht. Er ist außerdem Fachanwalt für Verwaltungsrecht und hat sich u.a. auf Produktsicherheit und Produkthaftung spezialisiert.

Melden Sie sich jetzt für das Seminar an

Es ist Ihnen wichtig, das Haftungsrisiko für Ihre Produkte zu verringern? Sie möchten genau wissen, welche Anforderungen Sie dafür erfüllen müssen und in welchem rechtlichen Rahmen Sie sich bewegen? Dann buchen Sie jetzt das Seminar „Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) und Produkthaftung“.

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07.03 - 08.03.2017 Frankfurt am Main verfügbar 1590 €
05.07 - 06.07.2017 Stuttgart verfügbar 1590 €

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