Eine neue Ära der kognitiven Robotik beginnt!
Roboter sind heute aus der industriellen Fertigung nicht mehr wegzudenken. Ohne die vielen Produktionshelfer, die uns die ergonomisch anspruchsvollen, schmutzigen, monotonen, psychisch belastenden und gefährlichen Arbeiten zuverlässig und ermüdungsfrei abnehmen, wären wir heute weder wettbewerbs- noch zukunftsfähig. Und dies nicht nur in der Automobilproduktion sowie bei deren Zulieferfirmen, sondern auch im produzierenden Mittelstand.
Cobots, mobile Serviceroboter und auch humanoide Roboter treten mit hohem Tempo in neue Anwendungsgebiete vor. Wir treffen zunehmend auf sie in unserem alltäglichen Lebens- und Arbeitsumfeld. Sie werden vermehrt an Stellen eingesetzt, wo sie nicht nur auf speziell ausgebildete Werkerinnen und Werker treffen, sondern auf alle Menschen, die sie unmittelbar bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen. Hierbei begegnen sie vielen weiteren Menschen, müssen mit diesen kommunizieren und ihnen auch z. B. auf dem Flur ausweichen.
Roboter mitten unter uns – ein neues Zeitalter beginnt!
Nach dem lang üblichen Nebeneinander von Menschen und Robotern hinter Schutzzäunen in der Serienproduktion gestalten wir heute das unmittelbare Miteinander von uns Menschen mit sozialen Robotern in gemeinsam geteilten Arbeitsräumen. Diese unterstützen uns im Industriealltag bei Montageabläufen, bei der Maschinenbeladung, beim Sortieren, Palettieren, Verpacken, Prüfen und Reinigen. Sie werden außerdem zu gefragten Helfern in Logistik, Gastronomie, Hotels, Pflege, in unseren Haushalten und in Operationssälen. Hierbei treten ganz neue Anforderungen in den Vordergrund und es vollzieht ein durchaus epochal einzustufender Paradigmenwechsel: Der Weg in eine neue Ära der smarten und kognitiven Robotik!
Vom reinen Arbeitstier entwickeln sich die neuen Roboter weiter zu smarten und mobilen Helfern sowie zu sozialen Begleitern vieler Menschen; einfach und intuitiv bedienbar, flexibel einsetzbar. Diese Entwicklung stellt eine Herausforderung für die Weiterentwicklung der Mensch-Roboter-Interaktion dar.
Kognitive Roboter, die ihr Umfeld wahrnehmen und ihr Handeln anpassen
Roboter müssen künftig ganz neue Formen des Austausches mit den Menschen beherrschen, z. B. die Kommunikation über Sprache und Gesten. Sie müssen mit ihren menschlichen Kontakten interagieren, ihr unmittelbares Umfeld wahrnehmen und daraus den nötigen Handlungsbedarf für sich autonom ableiten. Sie sehen, hören, fühlen und müssen mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz (KI) zu leistungsstarken kognitiven Robotern weiterentwickelt werden.
Doch wie gestaltet man das sichere Miteinander von Menschen und KI-basierten Robotern? Wie kann die nächste Stufe der unmittelbaren Mensch-Roboter-Interaktion nutzenstiftend und nachhaltig in neuen Anwenderszenarien eingesetzt werden? Welche Sicherheitskonzepte gibt es? Welche Normen und ethische Leitlinien müssen beachtet werden? Und wie muss man die betroffenen Menschen „mitnehmen“ in diese neue Ära der smarten kognitiven Robotik?
Der Mensch im Mittelpunkt
Zweifellos gilt es, bei der Einführung von kognitiven Roboterkollegen neben technischen Entwicklungsprozessen intensiv Vertrauensarbeit zu leisten und überzeugend zu argumentieren, denn es geht um weit mehr als das Beschaffen eines Roboters oder die Auswahl eines Systemintegrators. Über Erfolg oder Misserfolg der Mensch-Roboter-Interaktion entscheidet vor allem der Faktor Mensch. Geduld, Fingerspitzengefühl und Respekt vor oft unausgesprochenen Unsicherheiten und Ängsten der Betroffenen sind unabdingbar nötig.
Roboter müssen als soziale Begleiter und Assistenten Akzeptanz finden. Vom Wandel betroffene Personen müssen sich Schritt für Schritt mit den sozialen Robotern anfreunden. Im praktischen Erleben erfahren sie, dass sie die Interaktion mit den Robotern als Gegenüber beherrschen, weiterhin die Abläufe bestimmen und sich auf die Funktion der Sicherheitssysteme bei der Interaktion verlassen können. Ganz wichtig hierbei: Ein ethischer Rahmen muss gewährleistet und vereinbart werden. Der Mensch muss hierbei in allen Situationen und Lebenslagen den Takt vorgeben. Er darf nicht vom Roboter getrieben, gegängelt und von Fehlersignalen genervt werden. Außerdem müssen die Fähigkeiten der Roboter zur Umweltwahrnehmung und Handlungsableitung absolut verlässlich für die Nutzerinnen und Nutzer funktionieren; transparent und jederzeit nachvollziehbar bzw. kalkulierbar.
Aktuelle Marktentwicklungen und Technologietrends
Generell verändert sich derzeit die Anbieterlandschaft auf interessante Weise: Zunehmend treten neue Anbieter in den Markt ein, auch Startups, die ihren bisherigen Tätigkeitsschwerpunkt nicht unbedingt in der Robotik oder der industriellen Automation sahen. Sie fordern die Bestandsfirmen heraus. Gleichzeitig entstehen aktuell äußerst innovative Plattformen und vernetzte Ökosysteme, auf denen anwendungsspezifisch Lösungen entwickelt und hierfür nötige Komponenten passgenau angeboten werden.
Gesucht sind darüber hinaus „grüne“ Roboter, die wenig Energie verbrauchen und die Forderung nach Klimaneutralität der Produktion unterstützen. Ein weiterer Paradigmenwechsel!
Dringend erforderlich ist es weiterhin, die teilweise überzogenen Normen und Sicherheitsvorkehrungen auf ein praktikables Maß zurückzuführen. Es braucht Entschlossenheit im Engineering zur Erschließung vieler neuer potentialträchtiger Anwendungen über Musterapplikationen, die das gemeinsame Lernen und ein rasches Heben wertvoller Synergien ermöglichen.
Menschen und Roboter zusammenbringen – gemeinsam stark!
Generell wichtig ist es, sich bei der Heranführung der Menschen an die Robotik und an neue Einsatzumfelder Mut und Pragmatismus an den Tag zu legen, ohne leichtsinnig zu werden und sich zu übernehmen. Beginnen Sie mit Aufgaben geringer Komplexität, aber starten Sie durch. Nur so können die betroffenen Mitarbeitenden lernen und sich im Miteinander mit den Robotern ausprobieren, an diesen Herausforderungen wachsen. Das schafft Selbstvertrauen und sichert einen schnellen Umsetzungserfolg.
Doch wie geht die smarte Revolution weiter? Wo geht die Reise in Produktion und Logistik hin? Wo sind attraktive Märkte und Anwendungsfelder?
Die Robotik wird sich zweifellos mit hohem Tempo weiterentwickeln zur smarten Robotik: Handlungsintelligent und autonom agierend durch die erfolgreiche Integration von Sensoren und Aktoren. Kognitiv, also sehend und ihr Einsatzumfeld wahrnehmend, um autonom zu handeln und Kollisionsrisiken zu vermeiden. Durch Künstliche Intelligenz wird die Robotik im industriellen Einsatz leistungsfähiger, ressourcenschonender und mobiler. Sie wird zu einem in Zeiten des Fachmangels geschätzten Assistenten in Produktion, Intralogistik, Pflege, Gastronomie und Handel. Haben wir Mut, diesen revolutionären Wandel selbst zu gestalten, aktiv und sicher, für die Menschen und unsere eigene Zukunftsfähigkeit.
Lernen wir von einander und suchen wir gemeinsam nach Lösungen, neuen Anwendungen, innovativen Geschäftsideen, smarten Technologien. Gestalten wir mutig und gemeinsam die künftige Arbeitswelt. Setzen wir Roboter und Autonome Mobile Roboter (AMR) dort ein, wo immer sie uns zuverlässig wirkende und entlastende Helfer sind. Nutzen wir dabei gezielt die Chancen der digitalen Transformation und setzen wir bei unserer Gestaltungsarbeit auf digitale Zwillinge. Eine große, aber auch sehr interessante Zukunftsaufgabe!
Zitat
„Wir sind gefragt, eine neue Ära der smarten und kognitiven Robotik aktiv zu gestalten.“




