Weiterbildungen in Sicherheit & Verteidigung

Weiterbildungen in Sicherheit & Verteidigung

Wehrtechnische Kompetenz in der Zeitenwende

Die sicherheitspolitische Zeitenwende definiert den industriellen Auftrag zur Landes- und Bündnisverteidigung neu. Da technisches Fachwissen oft den Flaschenhals bei der Skalierung der Verteidigungsfähigkeit bildet, ist eine fundierte Qualifizierung essentiell. Wir schlagen für Ingenieur*innen die Brücke zwischen ziviler Innovation und militärischer Beschaffung (CPM), um technologische Souveränität sowie die Resilienz der Lieferketten nachhaltig zu stärken.
 

Ihre Vorteile

  • Rechtssicherheit gewinnen: Projekte unter strikter Einhaltung von BwBBG, Rüstungsgüterrecht und CPM-Vorgaben präzise umsetzen.
  • Wettbewerbsvorteil Dual-Use: Zivile Expertise effizient in militärische Standards und NATO-interoperable Lösungen transferieren.
  • Resilienz steigern: Bauliche Anlagen und digitale OT-Systeme durch ganzheitliche Härtung wirksam schützen.
  • Netzwerk-Vorsprung nutzen: Direkten Zugang zum Wissensaustausch mit Industrie-Experten, Forschung und Dienststellen wie dem BAIUDBw.


Seminare und Konferenzen zu Wehrtechnik und Sicherheit

Veranstaltungen (9)

Engineering-Strategien für die Verteidigungsfähigkeit

Die Zeitenwende verlangt nach einer radikalen Beschleunigung des Technologietransfers. Technologische Souveränität entsteht heute an der Schnittstelle von hochmoderner Sensorik, Künstlicher Intelligenz (KI) und autonomen Systemen (UAS) im Rahmen vernetzter System-of-Systems-Architekturen. Dabei bildet der Dual-Use-Transfer das Rückgrat der industriellen Skalierung: Bewährte Verfahren aus dem Maschinenbau und der Automobilindustrie fließen direkt in die Serienfertigung von Landsystemen ein. Um die geforderte Robustheit im Feld zu garantieren, ist die Adaption von MIL-STD und STANAG für zivile Zulieferer geschäftskritisch. Das VDI Wissensforum unterstützt Ingenieur*innen dabei, diese Standards in bestehende Entwicklungszyklen zu integrieren und so die Interoperabilität innerhalb der NATO-Strukturen sicherzustellen.
 

Rechtssicherheit im Beschaffungswesen: BwBBG und CPM-Prozesse

Eine präzise Kenntnis der regulatorischen Rahmenbedingungen ist die Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Markteintritt in den Defence-Sektor. Das Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz (BwBBG) bildet zusammen mit dem Customer Product Management (CPM) die Grundlage für effiziente Beschaffungszyklen und Risikominimierung. Für Unternehmen ist es essenziell, die Marktlogik des BAIUDBw zu verstehen, um bei Vergabeverfahren und der Lizenzierung von Rüstungsgütern rechtssicher zu agieren. Der Fokus liegt hierbei auf einer transparenten Nachweisführung, die sowohl nationalen Anforderungen als auch dem NATO-Baurecht und der Exportkontrolle gerecht wird.
 

Ganzheitliche Härtung: Infrastruktur, OT-Security und Green Defence

Moderne Resilienz umfasst die physische und digitale Widerstandsfähigkeit kritischer Anlagen. Die bauliche Härtung von Bundeswehrliegenschaften muss heute Explosionslasten und Sabotageschutz bereits in der Planungsphase via BIM (Building Information Modeling) berücksichtigen. Gleichzeitig fordert die NIS2-Richtlinie eine strikte Cyber-Resilienz der Operational Technology (OT). Ein oft unterschätzter Faktor für die Einsatzbereitschaft ist die logistische Autarkie durch Green Defence. Nachhaltigkeit dient hier nicht dem Selbstzweck, sondern optimiert durch energieeffiziente Infrastrukturen die logistische Unabhängigkeit und damit die Resilienz im Einsatzraum.
 

Technische Spezifikationen und Schutzklassen:

  • Hardware-Robustheit: Qualifizierung nach MIL-STD-810 (Umwelteinflüsse) und MIL-STD-461 (EMV).
  • Bauliche Sicherheit: Umsetzung von Schutzklassen gemäß NATO-Standards für Spezial-Hochbau.
  • IT/OT-Konformität: Implementierung von Sicherheitsmechanismen gemäß NIS2 und RCE-Gesetz.
  • System-Interoperabilität: Einhaltung von STANAG-Vorgaben für die Sensor-to-Shooter-Kette.


Zielgruppen: Wer von der VDI-Expertise profitiert

Die Transformation der Sicherheitsarchitektur betrifft Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Unsere Weiterbildungen sind speziell darauf ausgerichtet, die Wissenslücken an den Schnittstellen von ziviler Technik und militärischer Anforderung zu schließen:

  • Kern-Verteidigungsindustrie: Zulieferbetriebe, Software-Architekt*innen und Systemintegrator*innen, die wehrtechnische Projekte skalieren oder neu in den Sektor eintreten.
  • Industrie & Engineering (Dual-Use): Unternehmen aus Automotive und Maschinenbau, die zivile Innovationen (z. B. Sensorik, IT) für die Serienfertigung von Landsystemen oder UAS-Plattformen qualifizieren möchten.
  • Bauwesen & Infrastruktur: Fachkräfte für TGA-Planung, Architekt*innen und Bauunternehmen, die sich auf die Härtung von Liegenschaften und spezialisierten Hochbau konzentrieren.
  • KRITIS-Betreiber: Sicherheitsverantwortliche und IT/OT-Expert*innen, die die Resilienz kritischer Anlagen (Energie, Wasser, Verkehr) gemäß NIS2 und RCE-Gesetz sicherstellen müssen.
  • Behörden & Beschaffungsstellen: Entscheidungstragende und Referatsleitungen in Dienststellen wie dem BAIUDBw oder Landesbauämtern, die für die rechtssichere Vergabe und Normenkonformität verantwortlich sind.
  • Management & Compliance: Geschäftsführer*innen (insb. KMU), Exportkontrollbeauftragte und Qualitätsmanager*innen, die Defence-Projekte strategisch planen und absichern.

FAQs – Expertenwissen für die sicherheitspolitische Transformation

Wie gelingt der Transfer von ziviler Technologie in den Verteidigungssektor?

Der Dual-Use-Transfer erfordert eine präzise Qualifizierung ziviler Innovationen (z. B. aus Automotive oder IT) für militärische Einsatzprofile. Unternehmen müssen ihre Komponenten auf spezifische Robustheit und MIL-Standards prüfen. Der VDI unterstützt Ingenieure dabei, technisches Know-how aus der Serienfertigung so zu adaptieren, dass es den extremen Lastprofilen der Verteidigungsindustrie entspricht. Hierbei ist die Identifikation von Synergieeffekten zwischen ziviler Entwicklung und wehrtechnischer Anwendung wettbewerbsentscheidend.

Was unterscheidet das BwBBG von klassischen Vergabeverfahren wie der VOB/A?

Das Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz (BwBBG) zielt auf die signifikante Verkürzung von Beschaffungszyklen ab, um die Einsatzbereitschaft schneller zu erhöhen. Im Gegensatz zur klassischen VOB/A ermöglicht es flexiblere Vergabeformen und priorisiert zeitkritische Bedarfe der Landes- und Bündnisverteidigung. Für Unternehmen bedeutet dies eine Anpassung ihrer Angebotsstrategien an beschleunigte Prozesse bei gleichzeitiger Wahrung der Rechtssicherheit. Ein fundiertes Verständnis dieser regulatorischen Sonderregelungen ist essenziell für Projekte im Rahmen des Sondervermögens.

Welche Bedeutung haben MIL-STD und STANAG für Zulieferer?

Während zivile ISO-Normen allgemeine Qualitätsstandards definieren, fokussieren MIL-STD und STANAG auf die Interoperabilität und extreme Robustheit unter Gefechtsbedingungen. Für Zulieferer ist die Einhaltung dieser Standards oft die zwingende Voraussetzung für den Markteintritt. Die technische Auslegung von Komponenten muss spezifische Anforderungen an Umgebungslasten, EMV-Verträglichkeit und Systemintegration erfüllen, um in die komplexen Sensor-to-Shooter-Ketten moderner Streitkräfte integriert werden zu können.

Welche Anforderungen stellt die Sicherheitsüberprüfung (SÜ) an Projektmitarbeiter?

Für die Arbeit in sicherheitsempfindlichen Bereichen oder an klassifizierten Defence-Projekten ist eine Sicherheitsüberprüfung (Ü2 oder Ü3) nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz (SÜG) obligatorisch. Dies umfasst eine detaillierte Prüfung der persönlichen Integrität durch das Bundesamt für den Militärischen Abschirmdienst (BAMAD). Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter die Voraussetzungen für den Geheimschutz erfüllen, um Zugang zu verschlusssachenrelevanten Informationen und militärischen Liegenschaften des BAIUDBw zu erhalten.

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