Schluss mit dem Feuerwehr-Modus: Keine ungeplanten Stillstände in der Produktion

Ohne Automatisierung in der Produktion geht es nicht mehr, um die enormen Herausforderungen wie ein schwieriges Marktumfeld, Kostendruck und Fachkräftemangel zu meistern. Aber dafür müssen Maschinen, Werkzeuge sowie Prozesse zuverlässig und ausfallfrei laufen. Mit einem Manufacturing Execution System (MES) managen Sie die technische Ausstattung professionell, bekommen einen tiefen Einblick in die DNA Ihrer Produktion und machen Ihr Unternehmen wettbewerbsfähig. 

Wie gut läuft eine Maschine? Wie hoch ist der Output? Warum treten unerwartet Probleme auf? Dies sind nur einige Fragen, die Produktionsleitern Tag für Tag durch den Kopf schießen. Laut einer Studie, die 2023 von Sapio Research durchgeführt wurde, kommt es bei 67 Prozent der Industriebetriebe in Deutschland mindestens einmal im Monat zu ungeplanten Stillständen. Weltweit klettert die Zahl auf 69 Prozent. In Kosten übersetzt, entspricht das einem Verlust von 147.000 Euro pro Stunde – global beläuft sich die Summe auf 116.000 Euro. Dennoch setzen 21 Prozent der für die Analyse befragten 3.215 Unternehmen auf reaktive Instanthaltungskonzepte. Sie werden also erst aktiv, wenn eine Maschine steht. Wie lassen sich unerwartete Stillstände umgehen, um Prozesse stabil zu halten und eine Kostenexplosion zu vermeiden? 

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Die Daten im Blick – dank der Datenerfassung- und -auswertung durch das MES wird der Zustand von Maschinen und Werkzeugen in der Produktion sichtbar.

Transparenz durch valide Daten

Häufig mangelt es in Produktionsunternehmen an einem umfassenden, tiefgehenden Überblick über den Zustand von Maschinen, Wartungshistorien oder Ersatzteilbeständen. Mögliche Gründe: Daten werden nicht oder nur manuell auf Papier erfasst, was häufig mit mangelnder Datenqualität einhergeht. Das macht auch die Datenauswertung sehr schwierig. Der erste Schritt auf dem Weg zur Automatisierung in der Produktion ist deshalb: Daten mit entsprechender Qualität zur Verfügung zu stellen und auszuwerten.

Produktionsbetriebe, die auf Manufacturing Execution Systeme setzen, wissen um die Vorteile der digitalisierten Datenerfassung. Das MES agiert als eine Art Flugschreiber und sammelt vollautomatisiert alle Daten aus Maschinensteuerungen, Sensoren und den dazugehörigen Prozessen. Je nach Bedarf lassen sie sich mit Informationen der Bediener anreichern. Die Daten werden durch ein MES wie HYDRA von MPDV standardisiert erfasst. Der Vorteil: Sozusagen per Knopfdruck sind sie auswert- und verwendbar. Dadurch entsteht ein klares Bild von der aktuellen Situation der Maschinen in der Produktion. Prozesse werden transparent und nachvollziehbar, ebenso wie ungeplante Stillstände, die viele Ursachen haben können. Unterschieden wird dabei zwischen technisch und organisatorisch bedingten Unterbrechungen. Während für Erstere professionell durchgeführte Reparaturen und Wartungen nötig sind, kommt es bei organisatorischen Stillständen, etwa durch Material- oder Personalmangel, auf die exakte Modellierung der Prozesse an. Dies erfordert ein abteilungsübergreifendes Zusammenspiel.  

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Dank dem Zusammenspiel von IT- und Lean-Experten können Prozesse optimal modelliert werden.

Datenbasierte Prozessoptimierung

Dank der Datenerfassung und -auswertung in Schritt 1 werden Probleme und Potenziale sichtbar. Sie bilden die Basis für die zweite Stufe, die Prozessoptimierung. Der Pareto-Ansatz, auch bekannt als 80/20-Regel, hilft dabei, Aufgaben zu priorisieren und schrittweise anzugehen. Anhand dieser Grundlagen lassen sich die Prozesse in Produktionsbetrieben zielorientiert verbessern oder neue kreieren. 

Spätestens hier wird deutlich, welche Vorteile das Zusammenspiel von digitaler Transformation und Lean Management bringt. Durch die Digitalisierung entstehen verwertbare Daten, die Lean-Experten für die zielgerichtete Prozessoptimierung benötigen. Für effiziente Prozesse kommt es beispielsweise darauf an, dass Ressourcen wie Maschinen, Werkzeuge, Personal sowie Material bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Die Bereiche Planung, Produktion, Logistik, Instandhaltung und Qualität müssen deshalb einer gemeinsamen Strategie folgen. Das MES bildet dafür die zentrale Datenschaltstelle, die allen beteiligten Abteilungen die entsprechenden Daten bereitstellt und sie damit bei ihrer täglichen Arbeit unterstützt. 

Die Realität sieht in vielen Unternehmen jedoch anders aus: Digitalisierung ist Aufgabe der IT-Spezialisten, um Prozessoptimierung kümmern sich Lean-Experten. Beide Teams arbeiten in der Regel unabhängig voneinander. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, ist aber eine Synchronisation von Daten und Prozessen essenziell.  So können die ergriffenen Maßnahmen direkt auf ihre Wirksamkeit überprüft werden, da im Hintergrund, parallel zur Prozessoptimierung, die Datenerfassung und -auswertung weiterläuft. 

KI zur Datenanalyse

Nachdem Prozessverbesserungen umgesetzt und jede Menge Daten gesammelt wurden, folgt der dritte Schritt der Datenanalyse. Hier setzt Künstliche Intelligenz (KI) an, um aus den vielen Daten und Merkmalen, wie etwa der Auswertung von Prozess- und Maschinenparametern, Muster erkennen zu können. Die KI zeigt zudem kritische Einflussfaktoren auf, verprobt Daten mit verschiedenen Lösungsansätzen und stellt einen Maßnahmenkatalog zusammen. Das können beispielsweise präventive Instandhaltungsempfehlungen sein, um Maschinenstillstände und Qualitätsprobleme zu vermeiden. 

Der anfänglich erwähnte Flugschreiber wird somit zum Autopiloten und zeigt den Mitarbeitenden, wo sich die richtigen Stellschrauben befinden, um die Prozesse in Richtung Perfektion zu trimmen.

 

Ein MES wirkt nachweisbar

Die Kombination aus Digitalisierung durch ein MES und Prozessoptimierung erzielt enorme Effekte: Daten werden sichtbar und bringen neue Erkenntnisse über den Zustand von Maschinen, Werkzeugen und Prozessen. Entsprechend umgesetzt, zeigt sich das unmittelbar an der Reduzierung der Kosten und Energieverbräuche, Verbesserung der Planung und der Qualität, dem effizienten Ressourceneinsatz sowie Tracking & Tracing. Potenziale, die Produktionsbetriebe nicht ungenutzt lassen können. 

 

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Themen:

  • MES als Basis für Industrie 4.0
  • MES-Funktionsüberblick
  • Systematische MES-Einführung im Unternehmen
  • Erfolgsfaktoren für eine effektive MES-Nutzung

Wann: 

  • 14. – 15. Oktober 2025
  • Weitere Termine verfügbar

Wo: 

  • Nürtingen, Best Western Plus Hotel Am Schlossberg 

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