Notwendigkeit einer europäischen KI
Aus naheliegenden Gründen lag ein Schwerpunkt – insbesondere in den Keynotes – auf den Perspektiven, die Künstliche Intelligenz für die Automation in Zukunft eröffnet. So stellte Jörg Bienert, Vorstandsvorsitzender des KI-Bundesverbandes, die Notwendigkeit einer eigenen europäischen KI heraus: „Das ist strategisch entscheidend, um sowohl in technologischer als auch wirtschaftlicher Hinsicht nicht komplett von außereuropäischen Anbietern abhängig zu werden.“ Bezüglich der Datenerhebung und Datenverfügbarkeit in der industriellen Produktion machte der KI-Experte noch viele ungenutzte Potenziale aus: „Die damit verbundenen Chancen sollten wir aktiv nutzen – indem wir Daten teilweise auch unternehmensübergreifend zusammenführen und auf dieser Basis neue Systeme entwickeln, die unsere Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen und stärken.“
Generative KI ist nicht einfach ein ergänzendes Tool – stattdessen wird sie Prozesse von Grund auf verändern. Das betonte Prof. Dr. Hans Uszkoreit, Scientific Director am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Mit über 35 Jahren Erfahrung in der KI-Forschung stellte er fest: „Auf Dauer reicht es nicht, punktuell KI-Module einzufügen. Prozesse müssen komplett neu strukturiert werden. In ihrer Wirkung sowie der Breite und Tiefe, in der sie nahezu alle Geschäftsvorgänge beeinflusst, lässt sich Künstliche Intelligenz getrost als fünfte industrielle Revolution bezeichnen.“
GMA-Studie zur KI-Nutzung vorgestellt
Mit der Nutzung Generativer Künstlicher Intelligenz (KI) wird sich die Berufspraxis von Ingenieurinnen und Ingenieuren grundlegend verändern. 75 % erwarten deutliche Effizienzsteigerungen, vor allem bei Routinetätigkeiten. Dies zeigt eine von der VDI/VDE-Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) initiierte Studie, die im Rahmen des Kongresses vorgestellt wurde. Ein weiteres Resultat: 24% der befragten Fachkräfte erwarten durch KI signifikante Auswirkungen auf ihren Arbeitsalltag.
Robotik wird intelligenter und leistungsstärker
Ein weiterer Schwerpunkt des Kongresses galt der Bedeutung, die Robotik in der Produktion von morgen einnehmen wird. Über konkrete Anwendungsfelder berichtete unter anderem Korbinian Weiß, R&D Manager Robotics and Machine Vision bei Trumpf. Bereits im Vorfeld der AUTOMATION hatte sein Kollege Paul Stumpf, Head of Global Robotics im Bereich Werkzeugmaschinen, im Interview betont: „Generative KI revolutioniert unter anderem die Bereiche Teileerkennung und Greifertechnik. Die Technologiefortschritte der vergangenen Jahre ermöglichen es, dass sich Roboter selbstlernend, schnell und immer flexibler an neue Anforderungen anpassen können. Die Entwicklung erfolgt nicht linear, sondern exponentiell.“
Parallele VDI-Fachkonferenz
Mit den Perspektiven von smarter Robotik befasste sich auch die parallel stattfindende VDI-Fachkonferenz „Machine Vision – Von der Inspektion zur smarten Revolution!“. Prof. Dr.-Ing. Markus Glück, Hochschule Aalen, machte deutlich: „Durch Künstliche Intelligenz wird die Robotik im industriellen Einsatz leistungsfähiger, ressourcenschonender und mobiler. Sie wird zu einem in Zeiten des Fachmangels geschätzten Assistenten in Produktion, Intralogistik, Pflege, Gastronomie und Handel.“
Begleitende Fachausstellung
Ein unverzichtbarer Bestandteil des VDI-Kongresses AUTOMATION war auch in diesem Jahr die Fachausstellung, auf der Unternehmen der Branche ihre Innovationen und Lösungen präsentierten. Zusätzlich stellten Start-ups und Forschungsgruppen in der Future Zone aktuelle Projekte vor.
27. VDI-Kongress AUTOMATION 2026
Schon heute kann die Fachwelt den nächstjährigen Termin vormerken: Der 27. VDI-Kongress AUTOMATION findet am 30. Juni und 1. Juli 2026 in Baden-Baden statt.
Anmeldung zur Teilnahme und weitere Informationen unter https://www.vdi-wissensforum.de/automatisierungskongress/ oder über das VDI Wissensforum Kundenzentrum, Postfach 10 11 39, 40002 Düsseldorf, E-Mail: wissensforum@vdi.de, Telefon: +49 211 6214-201, Telefax: -154.
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