Open-Source-Projekte und branchenweite Initiativen
Dazu können nicht zuletzt branchenweite Initiativen, das Setzen von Standards und beispielsweise das Nutzen von Open Source beitragen. Die ELIV bot Einblicke in zahlreiche aktuelle Projekte. Dazu zählen Fortschritte bei der Eclipse S-Core-Plattform, hier soll bis Jahresende der Startschuss für erste Serienanwendungen erfolgen. Einblicke bot der VDI-Kongress ebenso in die Arbeit der Europäischen Allianz für vernetzte und autonome Fahrzeuge (ECAVA) sowie in das neue, im Vorfeld der ELIV veröffentlichte Whitepaper „Neue E/E-Fahrzeugarchitektur“ des ZVEI e.V., das klare Spezifikationen sowie standardisierte Schnittstellen und Protokolle als Zielsetzung definiert.
Parallelkonferenz zu Elektronik in Land- und Baumaschinen
Wie ähnlich und doch unterschiedlich die Anforderungen auf der Straße sowie off-highway sind, schilderte Dr. Martin von Hoyningen-Huene, CTO der Claas Group, in seiner Keynote: Auch bei Landmaschinen stehen Themen wie autonomes Fahren, Konnektivität, KI-Nutzung und das Software-defined Vehicle im Mittelpunkt – gerade mit Blick auf Herausforderungen der Landwirtschaft und das Ziel einer weitergehenden Automatisierung. Vertiefende Einblicke ermöglichte mit rund 20 Fachvorträgen die parallel stattfindende Konferenz Mobile Machine Electronics, mit Themen von intelligenter Sensorik über Robotik bis zu KI-gestützten Systemen.
Eine Plattform für Start-ups und neue Ideen
Eine Besonderheit, die im dritten Jahr in Folge zu einem festen Bestandteil der ELIV geworden ist, sind die Lightning Talks. In jeweils nur dreiminütigen Pitches stellten hier zwölf Vortragende Innovationen und Konzepte dem Fachpublikum vor. Neue Geschäftsideen fanden zudem mit der Start-up-Area eine eigene Plattform. Zahlreiche Gelegenheiten zum Netzwerken boten sich in den Tagungspausen sowie mit der Night of Electronics im historischen Kurhaus Baden-Baden als Abschluss des ersten Kongresstages.
Auszeichnungen für Nachwuchstalente und herausragende Vorträge
Mit mehreren Awards würdigte die ELIV besondere Leistungen. Der Auto Electronic Excellence Award zeichnet Nachwuchsvortragende bis 33 Jahre für innovative, wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Beiträge aus. Der erste Platz (3.000 Euro) ging an Dr. Ankur Deo, KPIT Technologies, für „ADAS for Unstructured Traffic Ecosystems“. Platz zwei (2.000 Euro) belegte Max Pabinger, useblocks, mit „Docs-as-Code Meets ASPICE“. Den dritten Platz (1.000 Euro) erhielt Kirill Shiianov, Capgemini Engineering, für seinen Beitrag zu Quantum Computing im Automotive Engineering.
Als „Best Start-up“ wurde SMARQ Creative Technologies für seine KI-gestützte Engineering-Plattform ausgezeichnet. Den Award „Best Presentation ELIV“ erhielt Andrej Levitin, Porsche Consulting, für seinen Vortrag zur SDV-Transformation. Bei der Parallelkonferenz Mobile Machine Electronics überzeugte Dr.-Ing. Janko Petereit, Fraunhofer IOSB, mit seinem Vortrag über autonome Offroad-Robotik, der als „Best Presentation Mobile Machine Electronics“ ausgezeichnet wurde.
Die ELIV vermittelte im Jahr 2026 das Bild einer positiven Aufbruchstimmung. Angesichts zahlreicher Brancheninitiativen und des vielfältigen Vortragsprogramms mit Neuentwicklungen und Serienanwendungen fiel die (nicht repräsentative) Befragung der Teilnehmenden deutlich optimistisch aus: Auf die Frage „Schafft die Automobilindustrie den Turnaround im Softwarebereich?“ antwortete eine klare Mehrheit mit „Ja“.