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Wie gelingt der Einstieg in Digitalisierung und KI in der Produktion?

Bildquelle: KI generiert

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Wie lassen sich Produktionsdaten gezielt für effizientere Prozesse und KI-Anwendungen nutzen? Dipl.-Ing. Ullrich Möllmann zeigt, warum eine klare Digitalisierungsstrategie, die Zusammenarbeit von Produktion und IT sowie die frühzeitige Einbindung der Mitarbeitenden entscheidend sind und weshalb sich für den Einstieg ein klar abgegrenzter Anwendungsfall empfiehlt. 
 

Digitalisierung in der Produktion ist die systematische Erfassung, Vernetzung und Auswertung von Produktionsdaten aus Maschinen, Anlagen, Produkten und Systemen. Richtig genutzt, bieten diese Daten großes Potenzial, um Prozesse zu optimieren, Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. 

Doch wie gelingt der Einstieg in eine zielgerichtete, datengetriebene Digitalisierung? Gerade im Mittelstand fehlen häufig die personellen Ressourcen, um sich systematisch mit der Digitalisierung des Produktionsumfelds auseinanderzusetzen. Einzelne Digitalisierungsprojekte bleiben dadurch oft hinter ihren Möglichkeiten zurück; die Evaluation des Förderschwerpunkts Mittelstand-Digital zeigt, dass externe Unterstützungs- und Transferangebote für kleine und mittlere Unternehmen eine wichtige Rolle spielen (Ramboll Management Consulting, 2025)

Entscheidend ist daher, dass Verantwortliche aus Produktion und Engineering die Möglichkeiten digitaler Lösungen verstehen und gemeinsam mit der IT eine klare Strategie entwickeln. Dabei gilt es zunächst, die konkreten Ziele zu definieren:

  • Welche Daten werden benötigt?
  • Welche Schnittstellen und Datenquellen stehen zur Verfügung?
  • Wo liegen die größten Verbesserungspotenziale?

Moderne, marktgängige Lösungen ermöglichen es heute, Produktionslinien vergleichsweise schnell zu vernetzen und strukturierte Daten bereitzustellen. Bereits die kontinuierliche Erfassung und Visualisierung von Produktionsdaten kann wertvolle Hinweise auf Optimierungsmöglichkeiten liefern.
 

Warum ist die Einbindung der Mitarbeitenden für die Digitalisierung wichtig? 

Technologie allein macht noch keine erfolgreiche Digitalisierung. Die Mitarbeitenden müssen von Anfang an eingebunden werden und erkennen, dass digitale Lösungen eine Unterstützung im Arbeitsalltag darstellen – und keine zusätzliche Belastung.

Benutzerfreundliche Oberflächen, robuste Hardware und praxisnahe Anwendungen sind deshalb ebenso wichtig wie die technischen Möglichkeiten. Gleichzeitig bleibt das Domänenwissen der Mitarbeitenden unverzichtbar: Erfahrungen aus dem mechanischen und elektrischen Produktionsumfeld liefern häufig entscheidende Hinweise für die sinnvolle Gestaltung digitaler Lösungen.
 

Wie gelingt der Einstieg in KI-Projekte?  

Sind Daten strukturiert verfügbar, können Künstliche Intelligenz (KI) und Expertenwissen genutzt werden, um weitere Optimierungspotenziale zu erschließen. Erfolgreiche KI-Projekte beginnen dabei nicht mit einer möglichst großen Lösung, sondern mit einem klar abgegrenzten Anwendungsfall, bei dem ein konkreter Nutzen erwartet wird.

Ein bewährtes Vorgehen umfasst:

  • Daten erheben
  • Daten in Informationen überführen
  • Informationen als Grundlage für Wissen nutzen
  • Expertenwissen nachhaltig sichern und verfügbar machen

Durch die Auswahl eines überschaubaren Pilotbereichs lassen sich erste Erfolge schnell sichtbar und messbar machen. Ein kompetenter KI-Partner kann dabei unterstützen, die technischen Voraussetzungen zu schaffen und die Lösung praxisgerecht umzusetzen.

So entsteht Schritt für Schritt eine eigene Datenkompetenz im Unternehmen, die digitale Möglichkeiten mit dem langjährigen Erfahrungsschatz der Produktion verbindet und dieses Wissen nachhaltig nutzbar macht.

Digitalisierung und KI sind keine kurzfristigen Trends, sondern wichtige Bausteine einer modernen Unternehmensstrategie. Entscheidend ist, dass Unternehmen nicht mit der Technologie beginnen, sondern mit einem klaren Ziel: Welche Produktionsdaten liegen vor, welcher Prozess soll verbessert werden und woran lässt sich der Nutzen messen?

Für den Einstieg empfiehlt sich ein abgegrenzter Pilotbereich mit verfügbaren Daten, klaren Verantwortlichkeiten und passenden Kennzahlen. So können Unternehmen erste Ergebnisse prüfen, Erfahrungen sammeln und digitale Lösungen schrittweise auf weitere Produktionsbereiche übertragen.

Häufige Fragen zu Digitalisierung und KI in der Produktion

Welche Produktionsdaten eignen sich besonders für den Einstieg in die Digitalisierung?

Für erste Projekte eignen sich vor allem Daten, die bereits verfügbar sind und einen klaren Bezug zu einem konkreten Anwendungsfall haben. Dazu können beispielsweise Maschinenzustände, Prozessparameter, Qualitätsdaten oder Stillstandszeiten gehören. Entscheidend ist weniger die Datenmenge als die Frage, ob die Daten ausreichend strukturiert und für das jeweilige Ziel nutzbar sind.

Woran lässt sich der Nutzen eines Digitalisierungs- oder KI-Projekts messen?

Die Kriterien zur Messung des Nutzens eines Digitalisierungs- oder KI-Projekts sollten bereits vor Projektbeginn festgelegt werden. Je nach Anwendungsfall können beispielsweise Anlagenverfügbarkeit, Ausschussquote, Stillstandszeiten, Energieverbrauch oder Prozesszeiten relevant sein. So lässt sich später nachvollziehen, ob die gewählte Lösung tatsächlich einen messbaren Beitrag leistet.

Wann lohnt sich der Einsatz von KI in der Produktion?

KI in der Produktion ist nicht automatisch der nächste Schritt jedes Digitalisierungsprojekts. Sinnvoll kann ihr Einsatz insbesondere dann sein, wenn ausreichend geeignete Daten vorhanden sind und klassische Auswertungs- oder Automatisierungsverfahren für die konkrete Aufgabenstellung nicht ausreichen. Ausgangspunkt sollte daher der Anwendungsfall sein – nicht die Technologie.

Welche Kompetenzen sollten Unternehmen langfristig selbst aufbauen?

Für Digitalisierung und KI in der Produktion gewinnt neben technischem Verständnis vor allem die Fähigkeit an Bedeutung, Produktionsdaten fachlich einzuordnen und für konkrete Fragestellungen zu nutzen. Dazu gehört auch, Ergebnisse digitaler Systeme oder KI-Anwendungen kritisch bewerten zu können. Externe Expertise kann den Einstieg unterstützen; relevantes Prozess- und Domänenwissen sollte jedoch im Unternehmen verankert bleiben. 

Über den Autor:

Dipl.-Ing. Ullrich Möllmann

Geschäftsführer, Möllmann Consulting International

Ullrich Möllmann war nach seinem Abschluss als Diplom Ingenieur in leitenden Funktionen u. a. für den Auf- und Ausbau der Digitalisierung von Produktionsbetrieben verantwortlich. Zuletzt war Ullrich Möllmann bei einem großen internationalen Konzern im Business Development für dessen digitale Plattform-Aktivitäten verantwortlich. Dabei verbindet er langjährige Industrieerfahrung in den Bereichen Anlagenbau, Produktion und Digitalisierung mit Beratungserfahrung aus verschiedenen Digitalisierungsprojekten. 

Mit diesem kombinierten Wissen unterstützt er seine Kunden aus verschiedenen Branchen bei der Etablierung einer individuellen Digitalisierungs-Strategie und der Umsetzung von Projekten. 

Quellen

Ramboll Management Consulting (2025): Abschlussbericht – Begleitende und Ex-post-Evaluation des Förderschwerpunkts Mittelstand-Digital. Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, Februar 2025.
URL: https://www.mittelstand-digital.de/MD/Redaktion/DE/Publikationen/Mittelstand-Digital-Abschlussbericht-Evaluation.pdf?__blob=publicationFile&v=1
Abrufdatum: 18.08.2026.

Mehr anzeigen

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) (2023): Smarte Technologien und Augmented Reality in der Arbeitswelt. Tagungsdokumentation. 1. Auflage, Dortmund 2023. DOI: 10.21934/baua:bericht20231027.
URL: https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/Gd112.pdf?__blob=publicationFile&v=4 
Abrufdatum: 18.08.2026.

Chen, Xiaoyu; Zeng, Yingyan; Kang, Sungku; Jin, Ran (2022): INN: An Interpretable Neural Network for AI Incubation in Manufacturing. ACM Transactions on Intelligent Systems and Technology, Vol. 13, Issue 5, Article 85, S. 1–23. DOI: 10.1145/3519313.
URL: https://doi.org/10.1145/3519313 
Abrufdatum: 18.08.2026.

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