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Bundeswehr-Bauprojekte beschleunigen: Was Vergabe, IPA und Erfahrungsaustausch leisten

Wie lassen sich Bundeswehr-Bauprojekte unter hohem Zeitdruck planen und umsetzen? Uwe Mlink berichtet im Interview über seine Eindrücke von der VDI-Fachkonferenz „Bauen für die Bundeswehr“ und erläutert, warum komplexe Sicherheitsanforderungen und lange Genehmigungswege die Praxis prägen. Im Fokus stehen beschleunigte Vergabeverfahren, die Integrierte Projektabwicklung (IPA), die frühe Einbindung aller Projektbeteiligten und der direkte Erfahrungsaustausch.

Mit welchen Erwartungen sind Sie zur VDI-Fachkonferenz „Bauen für die Bundeswehr“ gekommen, und inwieweit wurden diese erfüllt?

Uwe Mlink: Meine Haupterwartung war es, aus erster Hand zu erfahren, wie das immense Sondervermögen und die angekündigte Trendwende in konkrete Bauprojekte übersetzt werden. Ich wollte wissen, welche Beschaffungsstrategien und Partnerschaftsmodelle die Bundeswehr in Zukunft favorisiert. Diese Erwartungen wurden voll erfüllt. Die Konferenz bot nicht nur theoretische Einblicke, sondern zeigte anhand konkreter Roadmaps, wie die Modernisierung der Infrastruktur realisiert werden soll.
 

Welche Herausforderungen prägen die Planung und Projektabwicklung von Bundeswehr-Bauprojekten aus Ihrer Sicht besonders?

Uwe Mlink: Die größte Herausforderung liegt in der extremen Komplexität durch das Dreiecksverhältnis zwischen dem Nutzer (Bundeswehr), den Bauverwaltungen der Länder und den privaten Planern und Bauunternehmen. Hinzu kommen spezifische Sicherheitsanforderungen (Geheimschutz), die den digitalen Datenaustausch und Methoden wie BIM (Building Information Modeling) erschweren. Auch der enorme Zeitdruck bei der Umsetzung der Zeitenwende kollidiert oft mit den traditionell langen, bürokratischen Genehmigungswegen im öffentlichen Bauwesen.
 

Welcher Themenblock oder Praxisbericht der Fachkonferenz hat Ihnen den größten fachlichen Mehrwert geboten und warum?

Uwe Mlink: Besonders wertvoll war für mich der Themenblock zu den beschleunigten Vergabeverfahren und innovativen Vertragsmodellen, wie der Integrierten Projektabwicklung (IPA). Ein Praxisbericht über den Ausbau eines Fliegerhorstes hat gut aufgezeigt, dass durch partnerschaftliche Zusammenarbeit und frühzeitige Einbindung aller Mitwirkenden signifikante Zeitgewinne möglich sind. Das liefert direkt anwendbare Impulse für unsere eigenen Projekte.
 

Was leisten reale Projektberichte und der direkte Austausch im Rahmen einer Konferenz im Vergleich zu anderen Informationsquellen?

Uwe Mlink: Fachliteratur und Richtlinien zeigen uns nur die Theorie und das "Soll". Reale Projektberichte auf einer Konferenz zeigen dagegen das "Ist" – inklusive der Herausforderungen und Hürden, die während der Realisierungsphase auftreten. Der anschließende direkte Austausch in den Kaffeepausen ermöglicht es, informell nachzuhaken. Dieser ungefilterte Wissenstransfer ist durch keine Broschüre zu ersetzen.
 

Für welche Unternehmen und Verantwortungsbereiche ist die VDI-Fachkonferenz „Bauen für die Bundeswehr“ besonders relevant, und warum lohnt sich die Teilnahme?

Uwe Mlink: Die Konferenz ist durchaus ein sogenanntes "Must-have" für Mitglieder der Geschäftsführung, Projektsteuernde sowie Fachkräfte aus Architektur und Ingenieurwesen im Hoch- und Tiefbau, die bereits für die öffentliche Hand arbeiten oder in diesen Markt einsteigen wollen. Auch für Bauunternehmen und Zulieferer mit Speziallösungen (z.B. im Bereich serielles Bauen) lohnt es sich enorm. Die Teilnahme zahlt sich aus, weil man hier ein tiefes Verständnis für die speziellen Prozesse der Bundeswehr entwickelt und wertvolle Kontakte zu Entscheidungsträger*innen knüpfen kann.

Über den Autor:

Uwe Mlink

Als Abteilungsleiter Infrastruktur bei der HIL GmbH verantworte ich die gesamte strategische und operative Planung unserer Infrastrukturvorhaben.
Mein zentraler fachlicher Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie wir die umfangreichen Bauprojekte unserer bundeseigenen Inhousegesellschaft spürbar schneller und effizienter umsetzen können.
Hierbei setze ich konsequent auf zukunftsweisende Methoden wie die Standardisierung und das serielle Bauen. Gemeinsam mit meinem Team optimiere ich so bestehende Prozesse, um moderne Infrastrukturlösungen nachhaltig und verlässlich zu realisieren.

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