Reaktionsbedarf im öffentlichen und vor allem urbanen Bereich – das Schwammstadt- Konzept
Im urbanen Bereich wird heute gerne von der Schwammstadt gesprochen. Gemeint ist ein Konzept der Stadtplanung, möglichst viel anfallendes Regen- bzw. Oberflächenwasser vor Ort aufzunehmen und zu speichern, anstatt es lediglich zu kanalisieren und abzuleiten. Dabei müssen die Maßnahmen eine Kombination aus Rückhalt, Entsiegelung, Abkopplung, Versickerung und Verdunstung sein.
Übergreifend müssen alle betroffenen Behörden und Institutionen über alle Grenzen der Verantwortlichkeit hinaus zusammenwirken und gemeinsam Maßnahmen planen und umsetzen. Diese lassen sich in 6 Lösungskategorien einstufen:
- Kanalnetz: Im Vordergrund stehen hier die Optimierung und der Ausbau des Kanalnetzes, aber auch deren optimale Bewirtschaftung, inklusive Wartung.
- Infrastruktur: Dies betrifft beispielhaft die Gestaltung der Straßenentwässerung, multifunktonale Nutzung von Freiflächen oder die Schaffung von Notwasserwegen.
- Gewässer: Dies umfasst beispielsweise die Entschärfung von Abflusshindernissen oder die Schaffung von großflächigen Retentionsräumen.
- Flächennutzung: Dies betrifft die Freihaltung von Gefährdungsbereichen, dezentrale Regenwasserbewirtschaftung und wassersensitive Stadtplanung.
- Gebäude: Dies betrifft den technisch-konstruktiven Objektschutz oder die Anpassung der Gebäude zur Risikominimierung.
- Verhalten: Hierzu zählt vor allem intensive Aufklärungsarbeit, Einrichtung von Frühwarnsystemen und wirksamen Einsatz- und Alarmplänen.
Nur die geschickte Kombination dieser Maßnahmen wird dazu führen, das Risiko von Überflutung und resultierenden Schäden auf ein Minimum zu senken. Das erfordert das Zusammenwirken über Grenzen von Zuständigkeiten und Behörden hinaus.
Reaktionsbedarf auf dem privaten Grundstück
Zunehmende Regenereignisse haben auch Auswirkung auf die Planung und Betrieb von Grundstücksentwässerungsanlagen. Architekt*innen, Fach-Planer*innen und Betreiber*innen müssen sich auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen. Dies bedeutet in der Regel größere Anlagen und auch geändertes Regenwassermanagement auf dem Grundstück. Beispielhaft haben geänderte Regenspenden direkten Einfluss auf folgende Bemessungen.
Tabelle: Auswirkung von geänderten Regenspenden auf die Grundstücksentwässerung