Lerne von den Besten – Prof. Dr.-Ing. Dirk Brechtken vom Zertifikatslehrgang "Fachingenieur Elektrokonstruktion VDI"

1. Welche Entwicklungen in der Elektrokonstruktion haben aus deiner Sicht in den letzten Jahren den größten Einfluss auf den Berufsalltag von Konstrukteur*innen gehabt – und wie bildet der Lehrgang diese Veränderungen ab? 

In der letzten Zeit haben Cloud-Lösungen Einzug in die CAE-Tools gehalten. Vorteil dabei ist es, dass gemeinsame Datenbestände das Arbeiten in Teams erleichtert. Zudem erfolgen Routinetätigkeiten, wie das Erstellen von Stücklisten oder Dokumentationen zunehmend toolbasiert. Ebenso ermöglichen dreidimensionale Simulationen eine frühzeitige Konflikterkennung und -vermeidung im Konstruktionsalltag. 

Um diesen Entwicklungen im Praxisalltag der Elektrokonstruktion Rechnung zu tragen, werden verschiedene CAE-Tools und deren anwendungsspezifische Unterscheidungsmerkmale im Zertifikatslehrgang besprochen. 
 

2. Wenn du einem potenziellen Teilnehmenden in einem Satz erklären müsstest, warum sich dieser Lehrgang für seine/ihre Karriere in der Elektrokonstruktion lohnt – wie würde dieser Satz lauten? 

Generalistisches Wissen ergänzt um anwendungsspezifisches Know-How, so wie es im Zertifikatslehrgang vermittelt wird, ist ein Karriere-Booster in der Elektrokonstruktion. 
 

 3. Welche Trends und Technologien in der Elektrokonstruktion sollten Ingenieur*innen in den nächsten fünf Jahren besonders im Blick behalten, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben? 

Zukünftig wird die KI-Integration in CAE-Tools integriert sein und eine immer größere Rolle spielen. Auf diese Weise können eine ungeeignete Betriebsmittelauswahl oder -parametrierung sowie Verstöße gegen Vorschriften künftig KI-gestützt identifiziert werden. Dies schafft neue Freiräume für kreative und komplexe Aufgaben. 
 

4. Wo unterscheiden sich die Inhalte des ersten Moduls von einer klassischen Vorlesung an der Hochschule – insbesondere im Hinblick auf Praxisnähe und Anwendbarkeit in Industrieprojekten?

Im Zertifikatslehrgang „Fachingenieur Elektrokonstruktion VDI“ baut die Kompaktheit des vermittelten Wissens auf bereits vorhandene berufliche Erfahrungen auf. Eine klassische Vorlesung an der Hochschule vermittelt Grundlagen und darauf aufbauend anwendungsspezifische Kenntnisse.  Vorhandene Berufserfahrung erleichtert den schnellen Einstieg in die praktische Anwendung erheblich. 
 

5. Welche Kompetenzen, die du bei deinen Studierenden als besonders zukunftsrelevant ansiehst, versuchst du auch den Teilnehmenden des VDI-Zertifikatslehrgangs frühzeitig im ersten Modul zu vermitteln? 

Im ersten Modul des Lehrgangs wird deutlich, dass die Grundlagen der Energieverteilung in ein komplexes Netzwerk aus technischen, betriebswirtschaftlichen und rechtlich bzw. normativen Anforderungen eingebettet sind. Dieses Bewusstsein möchte ich bereits zu Beginn des VDI-Lehrgangs vermitteln. Energieverteilung ist als Teil eines Gesamtsystems zu verstehen. Energienetze werden zunehmend dezentral, volatil und vernetzt. Zukunftsrelevante Kompetenzen sind vor allem systemisches Denken, interdisziplinäre Analysefähigkeit, normensichere Planung, vernetztes Problemlösen sowie digitale Systemkompetenz. Energieverteilung ist nicht nur technisch, sondern als komplexes sozio-technisches System zu verstehen, in dem wirtschaftliche, rechtliche und betriebliche Rahmenbedingungen gleichrangig zu berücksichtigen sind.
 

Lehrgangsleitung:

Prof. Dr.-Ing. Dirk Brechtken, Hochschule Trier

Prof. Dr.-Ing. Dirk Brechtken ist Professor für das Fachgebiet Energieverteilung an der Hochschule Trier.
Als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Elektrische Anlagen der Energietechnik bis 36 kV berät er Unternehmen, begutachtet elektrische Anlagen und analysiert aufgetretene Schäden. Zuvor war er innerhalb der heutigen ABB AG in unterschiedlichen Funktionen tätig, zuletzt als zuletzt als Leiter der Entwicklung für Niederspannungsschaltanlagen.
Außerdem ist er Mitglied bei IEEE, VDE, BVS und BTE.

Zurück zum Anfang der Seite springen