Projektmanagement im Defence-Engineering
Veranstaltungsnummer: 02SE452
- Projekte meistern - Projekte mit langen Laufzeiten und hohen Sicherheitsanforderungen leiten
- Stakeholder-Management unter Vertraulichkeit - Kommunikation mit Öffentlichen Auftraggebern, Militär und Partnern
- Agilität in starren Systemen - Iterative Methoden, auch wenn Budgets, Termine und Spezifikationen vorgegeben sind
In diesem Seminar wird ein fundierter Einblick in die Strukturen und Besonderheiten der Verteidigungsindustrie vermittelt. Schwerpunkte liegen auf gängigen Projektmanagementmethoden, geprägt von langen Produktlebenszyklen und hoher Systemkomplexität. Besonderes Augenmerk gilt den Vorgehensmodellen in der Projektumsetzung sowie der Führung interdisziplinärer Teams.
Ein zentraler Aspekt ist die Kommunikation mit Stakeholdern: Du erhältst einen Überblick über die Organisation der Bundeswehr als zentralem Auftraggeber sowie das Beziehungsgeflecht maßgeblicher Industriepartner – und lernst, wie du effektiv, zielgerichtet und vertrauensvoll agierst. Hierbei werden Kenntnisse über zentrale rechtliche Vorgaben wie das Exportrecht vermittelt. Neben disruptiven Technologien geht der Seminarleiter auf die aktuelle „Zeitenwende“ in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik ein. Diese hat tiefgreifende Auswirkungen: steigende Beschaffungsvolumina, schnellere Entscheidungsprozesse und ein erhöhter Fokus auf technologische Souveränität. Ergänzend erhältst du Einblicke in Risk and Opportunity Management, um im dynamischen Umfeld der Defence-Branche erfolgreich zu sein. Damit bist du bestens gerüstet, dich strategisch und nachhaltig in der Verteidigungsindustrie zu positionieren – als etabliertes Unternehmen oder als Unterauftraggeber bzw. Lieferant.
Top-Themen
- Projekte meistern - Projekte mit langen Laufzeiten und hohen Sicherheitsanforderungen leiten
- Stakeholder-Management unter Vertraulichkeit - Kommunikation mit Öffentlichen Auftraggebern, Militär und Partnern
- Agilität in starren Systemen - Iterative Methoden, auch wenn Budgets, Termine und Spezifikationen vorgegeben sind
- Risiken früh erkennen - Erfolgreich ein robustes Risikomanagement entwickeln
- Verträge, Vorschriften und Exportrecht einhalten - Schnittstellen aus Projektmanagement und Recht
Programm
1. Tag 10:00 bis 18:00 Uhr
2. Tag 08:30 bis 16:00 Uhr
Der Verteidigungssektor
- Auswirkungen aktueller Konflikte auf den Verteidigungssektor
- Bedeutung von Multi-Domain-Operationen
- Einfluss disruptiver Technologien wie künstlicher Intelligenz
- Einblick in die Organisation der Bundeswehr
- Unterscheidung zwischen Truppe und Verwaltung sowie deren Rollen bei der Beschaffung von Verteidigungsgütern.
Grundlagen des Projektmanagements
- Definition, was ein Projekt ist, mit Berücksichtigung branchenspezifischer Besonderheiten
- Analyse gängiger Projektorganisationen (Linien- und Matrixorganisation) mit Fokus auf Vor- und Nachteilen in der Verteidigungsindustrie
- Anhand eines praxisnahen Beispiels wirst du in die Grundlagen der Work Breakdown Structure (WBS) und Cost Breakdown Structure (CBS) eingeführt. In Gruppen erarbeitest, präsentierst und diskutierst du eigene branchenspezifische WBS- und CBS-Beispiele.
- Abgrenzung Projekt- und Produktmanagement. Der Seminarleiter zeigt anhand eines Beispiels, wie beide Bereiche zusammen-
wirken, und beleuchtet Möglichkeiten und Grenzen - Diskussion klassischer, agiler und hybrider Projektmanagementmethoden, Bewertung deren Einsatzszenarien und Fokussierung auf die zunehmende Relevanz hybrider Ansätze in der Verteidigungsindustrie
Stakeholder- und Kommunikationsmanagement
- Der Seminarleiter führt in die relevanten Stakeholder der Branche ein und baut dabei auf dem Wissen zur Bundeswehrorganisation auf
- Identifikation und Klassifizierung von Stakeholdern anhand eines Praxisbeispiels mithilfe einer Stakeholder-Matrix
- Geeignete Managementmethoden und Sensibilisierung für sensible Umgangsformen im sicherheitskritischen Umfeld
- Erörterung, wie vertraulich eingestufte Informationen im Einklang mit Transparenz und Vertrauen behandelt werden müssen – unter Berücksichtigung der besonderen branchenspezifischen Rahmenbedingungen
Führung und Recht
- Anforderungen an Projektleiter als Führungskräfte, wobei branchenspezifische Faktoren wie hohe Qualifikationen, Multinationalität und Personalbedarf im Fokus stehen
- Zentrale Führungssprinzipien und deren Veranschaulichung anhand praxisnaher Beispiele
- Vertragsmanagements: von der Angebotsabgabe über die Leistungsbeschreibung bis zu Vertragsverhandlungen mit öffentlichen Auftraggebern und Generalunternehmen
- Simulation des Prozesses: Du nimmst dabei die Perspektive von Konzernen, KMUs und Start-Ups ein und diskutierst das Vertragscontrolling in laufenden Projekten
- Einführung in das Exportkontrollrecht: Klassifizierung von Gütern und Sensibilisierung für nationale und internationale Vorschriften
Risiko- und Lieferantenmanagement
- Du erhälst Einblick in zentrale Risiken und Chancen der Branche, diskutierst aktuelle Entwicklungen und bewertest geeignete Risk-Management-Methoden und -Tools.
- Komplexe Verteidigungssysteme werden anhand von Beispielen erläutert, der Umgang mit ihnen erarbeitet und die rechtlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen als Zulieferer thematisiert.
Zielgruppe
- Projektleiter und Projektleiterinnen
- Entwicklungsingenieure und Entwicklungsingenieurinnen sowie Produktionsverantwortliche im Maschinenbau, in der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt etc.
- Fachkräfte aus den Bereichen Unternehmensführung, Geschäftsentwicklung, Qualitätssicherung, Einkauf, Compliance und Legal
- Unternehmen, die als Unterauftraggeber oder Lieferant für die Verteidigungsindustrie tätig werden (oder dies planen)
- Führungskräfte, die Defence-Projekte technisch und organisatorisch verantworten
Spezialist im Defence-Sektor und Projektmanagement
Christoph Schwarz, M.A., MBA, Projektleiter, Airbus Defence and Space, Ulm
Christoph Schwarz war Offizier der Luftwaffe im Flugabwehrraketendienst und militärischen Nachrichtenwesen und bekleidete verschiedene Führungs- und Stabspositionen im In- und Ausland. Parallel studierte er Staats- und Sozialwissenschaften und absolvierte zum Ende seiner Dienstzeit ein MBA-Programm in München. Nach rund 14 Jahren bei der Bundeswehr wechselte er in die Verteidigungsindustrie und arbeitete zunächst als Business Development Manager MBDA Deutschland in Schrobenhausen. Seit seinem Wechsel zu Airbus Defence and Space in Ulm ist er dort als Projektleiter für bodengebundene Luftverteidigungssysteme tätig. Er führt standortübergreifende, interdisziplinäre Teams mit Schwerpunkt auf Führungs- und Informationssystemen moderner Luftverteidigungslösungen und verbindet technische Expertise mit strategischer und operativer Führungserfahrung.