Zusätzlich zur Lebensdaueranalyse wurde die Randzone des Gewindegrunds untersucht, und es wurden Härtetiefenverläufe, Eigenspannungsmessungen und Halbswertsbreitenmessungen durchgeführt, um das Ergebnis zu bewerten und zu interpretieren. Die Messungen der Randzone, sowie das Ermitteln der Wöhlerkurven wurde im Rahmen einer studentischen Arbeit an der Hochschule Esslingen - Fakultät Maschinen und Systeme durchgeführt.
Festwalzen von Gewinden steigert die Festigkeit um 30%
Vergleicht man die unterschiedlichen Gewindevarianten anhand der aufgenommenen Wöhlerdiagramme, ist zum einen ganz klar erkennbar, dass das Gewinderollen die Lebensdauer eines Gewindes gegenüber einem geschnittenen Gewinde steigert. Der Abknickpunkt der Wöhlergeraden und damit der Übergang zur Dauerfestigkeit liegt beim gerollten Gewinde um 84% höher als beim geschnittenen Gewinde. In Lastspannungen ausgedrückt bedeutet das eine Steigerung von 65,7 MPa auf 121,0 MPa.
Der Grund hierfür kann klar in den Mikrostrukturanalysen gefunden werden. Alleine an den Schliffbildern ist zu erkennen, wie das Gefüge der gerollten Gewinde einen durchgängigen Faserverlauf aufweist und die Körner in sich verformt sind. Die Härte im Gewindegrund ist bis in eine Tiefe von 1 mm höher als im geschnittenen Fall. Insbesondere auffällig sind die vorhandenen Druckeigenspannungen. Bis in eine Tiefe von 1 mm liegen konstante Druckeigenspannungen von ca. -650 MPa vor. Beim geschnittenen Gewinde liegen bereits nach 50 µm Zugspannungen vor.
Vergleicht man dazu das festgewalzte Gewinde, können ebenfalls massive Druck-eigenspannungen im Gewindegrund gemessen werden. Diese reichen zwar nicht konstant über eine so große Tiefe, aber dennoch bis in eine Tiefe von 700 µm. Dadurch ergibt sich auch die erwartete Lebensdauersteigerung. Im Vergleich zum geschnittenen Gewinde kann durch das Festwalzen die Dauerfestigkeit um 30% gesteigert werden.