Seminar

Gussteilgestaltung – Stahl- und Leichtmetallgussteile

Gussteilgestaltung in der Praxis - Seminar

Lernen Sie im Seminar „Gussteilgestaltung in der Praxis“, wie Sie möglichst effizient Stahl- und Leichtmetallgussteile gestalten sowie Gussfehler erkennen und vermeiden. Dazu bekommen Sie konkrete Regeln und Hinweise an die Hand. Ziel ist es, zukünftig durch den richtigen Einsatz von Gussteilen bei der Produktentwicklung Gewicht und Kosten einzusparen. Nach der Weiterbildung erhalten Sie ein VDI-Teilnehmerzertifikat.

Effiziente Gestaltung von Stahl- und Leichtmetallgussteile

Digitale Verfahren ermöglichen es, vielfältige Gießformen aus CAD-Konstruktionsdaten zu gestalten und damit fast jedes Gussteil zu realisieren. In dieser Weiterbildung lernen Sie, was Sie bei der Konstruktion und Produktion beachten müssen, um wirtschaftliche Lösungen sowie montage- und funktionsgerechte Gussteile zu erhalten.

Lernen Sie in diesem Seminar mehr über

  • die richtige Auswahl von Gießverfahren und Gusswerkstoffen
  • die ökonomische Optimierung von Gussteilen
  • die Anwendung von Konstruktions- und Gestaltungsregeln
  • die Nutzung von digitalen Werkzeugen, wie CAD, Simulationen und Rapid Prototyping
  • Nachbearbeitung und Veredelung von Gussteilen durch Wärme- und Oberflächenbehandlungen
  • Kontrollpunkte bei der Erstbemusterung

Inhalte und Ablauf des Seminars im Überblick

Das 2-tägige Seminar „Gussteilgestaltung in der Praxis“ beinhaltet folgende Themenblöcke:

Programm als PDF zum Ausdrucken herunterladen

1. Tag 09:00 Uhr bis ca. 16:30 Uhr

Übersicht über die wichtigsten Gießverfahren und die entsprechenden Toleranzklassen

  • Klassifizierung der Gießverfahren durch ihre Form- und Gießtechnologie
    • Verlorene Formen aus Sand, u.a. Sandguss und Croning
    • Verlorene Formen oder Keramik für Fein- und Präzisionsguss für Gussteile mit geringer mechanischen Nachbearbeitung (Toleranzen nach VDG-Merkblatt P 690 für Feinguss, Oberflächenbeschaffenheit nach DIN EN ISO 1302)
    • Dauerformen bzw. Kokillen, z.B. Schwerkraft-, Niederdruck-, Druck- und Schleuderguss: Besonders für Leichtmetalle
  • Einfluss der Umgebung: Luft, Schutzgas, Vakuum

Die wichtigsten Gusswerkstoffe und ihre Gebrauchseigenschaften

  • Die Werkstoffe:
    • Gusseisen: Heute noch der wichtigste Gusswerkstoff!
    • Leichtmetallguss: Bekommt dank Energiesparmaßnahmen zusätzlichen Schub
    • Stahlguss: Dank seiner vielfältigen Eigenschaften sehr attraktiv
    • Rotguss: Der älteste Gusswerkstoff hat nicht ausgedient
    • Refraktäre Legierungen: Die unverzichtbare Exoten
  • Vorstellung der Bezeichnungssystematik der EU-Norm
  • Garantierte Werte für Werkstoffinformationen aus den EN-Normen
  • Zur Verfügung stehende Eigenschafts-Datenbanken, z.B. Stahlschlüssel und die Interpretation ihrer Angaben

Konkrete Materialauswahl nach Einsatzbedingungen und Funktion

  • Klärung der Einsatzbedingungen: Hitze, Korrosion, Verschleiß
  • Treffen der engeren Auswahl aufgrund der:
    • geometrischen Kriterien (Form, Dicke, Gewicht)
    • mechanischen Eigenschaften
    • Kosten

Faktoren für die wirtschaftliche Lösungsfindung

  • Jahresstückzahl und Losgröße
  • Kostenreduktion durch die Integration von mehreren Funktionen
  • Entscheidungshilfen:
    • Teures Gussteil-Formverfahren oder aufwändige mechanische Bearbeitung?
    • Kostengünstiger Werkstoff mit Wärmebehandlung(en) oder höher legierter Werkstoff im Gusszustand?
  • Auswahl der Formtechnologie aufgrund der Modellkosten

Regeln und Erfahrungswerte für die Konstruktionfunktions-, beanspruchungs-, bearbeitungs- und montagegerechter Gussteile (Stahl- und Leichtmetallguss)

  • Grundregeln für die Gestaltung von Gussteilen, Abgrenzung von Schweißkonstruktionen
  • Beispiele für Detailgestaltungen
    • Ebene und räumlich gekrümmte Flächen
    • Kanten(-radien) und Kerben
    • Wandstärken
    • Rippen
    • Schlitze
    • Löcher und Kanäle
    • Zahnräder und Verzahnungen
    • Gewinde
    • Trennebenen
    • Eingegossene Beschriftungen
  • Ausnutzen der Möglichkeiten zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften von Gussteilen (funktions- und beanspruchungsgerechtes Konstruieren)
  • Kostensenkende Faustregeln für die bearbeitungs- und montagegerechte Bauteilgestaltung
  • Finden von Normwerten: Gusstechnische Grenzen, Bauteilgrößen, Bearbeitungszugaben und Fertigungstoleranzen

2. Tag 08:30 Uhr bis ca. 16:00 Uhr

Unterstützung durch CAD, Simulation sowie Rapid Prototyping

  • Das digitale Gussteil: Möglichkeiten der Weiterverwendung von 3D-Daten aus dem CAD zur gießtechnischen Optimierung
  • Das lunkerfreie Gussteil: Nutzen der Füll- und Erstarrungssimulation anhand von praktischen Beispielen
  • In wenigen Tagen zu einem Gussteil: Vorteile aus der Nutzung des Rapid Prototyping
  • Moderne Mittel des digitalen Gussmodell- und Formenbaus

Gussfehlererkennung, Gussteil-Nachbearbeitung und der Einfluss auf die Qualitätssicherung

  • Ursache und Erscheinung der wichtigsten Gussfehler-Typen bei Stahl- und Leichtmetallguss
  • Wann dürfen Gussfehler durch Ausschleifen bzw.
    Fertigungsschweißen repariert werden?
    • Werkstoff- und Bauteilbegrenzungen
    • Kostenauswirkungen eines Schweißverbotes
  • Übersicht über Möglichkeiten der modernen zerstörungsfreien Gussprüfung (PT, MT, UT, RT) und ihre Dokumentation
  • Form und Inhalt der wichtigsten Zeugnisse für Gussteile, u.a.
    • Werksprüfzeugniss 2.2
    • Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach DIN EN 10204

Wärme- und Oberflächenbehandlungen

  • Erläuterung der wichtigsten Wärmebehandlungen für die Gusswerkstoff-Familien (Stähle, Aluminium, Magnesium):
    • Vergüten
    • Weichglühen/bearbeiten/härten
    • Lösungsglühen
    • Warmauslagern
  • Möglichkeiten und Nutzen der Oberflächenveredelung von Gussteilen
    • Härten
    • Beschichten
    • Schweißen
    • Lasern

Wichtige Punkte bei der Erstbemusterung

  • Richtige Vorgehensweise um den Termin- und Kostenplan einzuhalten
  • Festlegung, Überprüfung und Dokumentation von

Falls Sie sich für ähnliche Themen interessieren, bietet Ihnen das VDI Wissensforum die Teilnahme an weiteren Seminaren, wie:

Alle Teilnehmer erhalten eine ausführliche Dokumentation des Seminars in Handbuchform. Zum Abschluss der Weiterbildung erhält jeder Teilnehmer ein VDI-Teilnehmerzertifikat.

An welche Zielgruppe wendet sich das Seminar „Gussteilgestaltung in der Praxis“?

Das Seminar eignet sich insbesondere für Mitarbeiter aus

  • Konstruktion
  • Qualitätssicherheit und Schadensanalyse
  • Fertigung

Ihr Seminarleiter – Dr.-Ing. Marc Borel

Die Leitung Ihres Seminars verantwortet Dr.-Ing. Marc Borel, Leiter Engineering bei der Schweizer Präzisionsgiesserei Wolfensberger AG in Bauma. Dr. Borel war viele Jahre bei internationalen Unternehmen als Werkstoff- und Konstruktionsberater, Projektleiter und Manager tätig. Heute leitet er das Gussteil-Engineering, die Prozessautomation sowie die Entwicklung neuer Verfahren bei der Wolfensberger AG.

Buchen Sie das Seminar „Gussteilgestaltung in der Praxis“

Sie möchten Ihre Kennnisse zu den Verfahren und dem richtigen Einsatz von Gießwerkstoffen vertiefen? Sie möchten bereits bei der Konstruktion und Gussteilgestaltung Fehler vermeiden? Dann melden Sie sich jetzt zur Weiterbildung an.

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05.12 - 06.12.2016 Düsseldorf verfügbar 1590 €
03.04 - 04.04.2017 Stuttgart verfügbar 1590 €

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